Hardwarehersteller haben Probleme mit Kompatibilität

MP3-Erfinder: Formatchaos bremst Online-Musikmarkt

Der Erfinder des Audioformats MP3, Karlheinz Brandenburg, höchstpersönlich kritisierte im Rahmen der Popkomm das Formatchaos im Online-Musikmarkt. Zu viele konkurrierende Technologien würden den Kunden verwirren. Tatsächlich werden derzeit WMA, AAC und MP3 in verschiedenen Varianten angeboten. Eine einheitliche Lösung ist nicht in Sicht.

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Die derzeitige Formatvielfals verlangsamt das Wachtum und schwächt die Verkäufe der Hardware-Hersteller. Diese kämpfen meist vergeblich darum alle Formate zu unterstützen. Das beweist auch der Streit zwischen Apple und einigen Hardware-Herstellern. Diese würden gerne die AAC-Songs (mit FairPlay-DRM) von Hause aus unterstützen. Allerdings weigert sich Apple die Technologie offen zu legen.

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Formatchaos statt Einheitslösung

Einzig die hauseigenen iPods können das Format lesen. Was für Apple ein Erfolgsduo ist, ist den anderen Herstellern ein Dorn im Auge. Und spätestens wenn der Kunde auch gerne mal andere Dienste oder Player testen würde, ist es vorbei mit der guten Laune.

Das Formatchaos treibt die Kunden offenbar auch in Tasuchbörsen. Dort werden meist kopierschutzfreie MP3s angeboten. Diese können von nahezu allen Musik-Playern abgespielt werden. Brandenburg habe die Labels und Hersteller offenbar mehrmals davor gewarnt, dass sie riskierten, die Kunden zu verärgern und in die Illegalität treiben.

In Deutschland werden sechs verschiedene Formate genutzt

Leider wurde der Ratschlag des MP3-Erfinders nicht angenommen. "Vielleicht haben sie gedacht, es macht kommerziell mehr Sinn, keinen einheitlichen Standard zu etablieren," erklärt Brandenburg. Für die Zukunft rät Brandenburg Musik besser zu "organisieren". Einzelne Songs sollten schneller gefunden werden können.

Derzeit werden von den unterschiedlichen Musikdiensten die Audioformate AAC plus FairPlay-DRM (Apple iTunes Music Store), AAC plus Helix-DRM (RealNetworks Listen), ATRAC3 (Sony Connect) und Windows Media (MusicLoad, AOL, MSN, Napster) eingesetzt. Die ausländischen Dienste AllofMP3.com, Weblisten.com und eMusic.com setzen hingegen auf kopierschutzfreie MP3s. In Deutschland wird dieses Format neben Ogg Vorbis nur vom Indie-Dienst finetunes eingesetzt.

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