Teil des Rückgrats: ATM im Backbone

Teil des Rückgrats: ATM im Backbone

Stellen Sie sich den Datenhighway einmal bildlich vor: Lastzüge (große Pakete) hindern eine Flotte von Polizeiwagen (kleinere, dringliche Pakete) daran, sofort von der Beschleunigungsspur in den fließenden Verkehr zu gelangen - es entsteht eine Wartezeit. Wären alle Fahrzeuge aber auf Smart-Größe genormt, fänden die Polizei-Kleinstwagen alle zwei Meter eine Lücke, in die sie sich einreihen können.

Priorisierte Zellen haben nun aber kein Blaulicht auf dem Dach. Dafür hat jede Zelle einen Kopf von fünf Bytes, in dem - ähnlich wie bei der Paketübertragung - die nötigen Daten für die richtige Zustellung gespeichert sind. Anders als bei der Paketübertragung existieren noch zwei wichtige Einträge: Zum einen die Information zur Dringlichkeit der Zelle, und zum anderen der bevorzugte Reiseweg.

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Virtuelle Verbindungen

Bis ins Jahr 1998 profitierten ATM-Verbindungen gegenüber dem normalen Internet-Protokoll von dem Vorteil der virtuellen Verbindungen. Diese konnten bei Bedarf aufgebaut oder fest geschaltet werden. Sie waren deutlich abhörsicherer als die IP-Übertragungen. Durch Protokolle wie IPsec ist es inzwischen aber möglich, Virtuelle Netzwerke (VPNs) auch über IP-Netze zu schalten.

Diese Verbesserung des Internet-Protokolls ist auch einer der Gründe, warum sich ATM nicht so großflächig wie geplant durchgesetzt hat. Hinzu kommt, dass sich in den lokalen Netzwerken Fast- und Gigabit- Ethernet etabliert haben - allein für Hochleistungs-LANs kommt ATM-Technik zum Einsatz. Der Kostenpunkt sowie die komplexe Struktur spielen dabei eine entscheidende Rolle.

ATM-Einsatzgebiete

Rund 80 Prozent der DSL-Provider nutzen einen Backbone, der zumindest teilweise auf ATM-Technik basiert. Da im Alltagseinsatz aber nur eine Bandbreite von 622 Megabit pro Sekunde über ATM realisiert werden kann, wird es vornehmlich in lokalen Teilbereichen der Backbone-Struktur eingesetzt und in Zukunft möglicherweise auch verdrängt.

Wo allerdings die "Quality of Service"-Merkmale, abgekürzt QoS, besonders gefragt sind, beruft man sich auf die Vorteile von ATM. So werben beispielsweise die Service-Provider Webart und SpaceNet mit SDSL-Anschlüssen über ATM-Backbones, die neben den typischen SDSL-Merkmalen direktes Ethernet-Bridgeing erlauben. Der besagte Backbone ist aber kein anderer als der der Deutschen Telekom.