Das Verbrechen ist immer woanders
Privacy-Watch: Polizeikontrollen braucht das Land
Es ist ein wahres Wunder, welchen Aufwand die deutsche Polizei bei Polizeikontrollen betreibt. Derweil lassen sich Terroristen in den Städten nieder, Jugendliche werden "abgezogen" und Kinderschänder treiben ihr Unwesen. Einbrüche und Diebstähle, soweit das Auge reicht. Und die Polizei kontrolliert den Verkehr.
Inhaltsverzeichnis
- 1Polizeikontrolle bei Nacht und Nebel
- 2Gigantischer Personalaufwand
- 3Polizeiliche Schwäche im Zeit-Raum-Kontinuum
- 4Weiterfahrt unmöglich...
- 5... so ganz ohne Felgen
- 6Verkehrskontrolle statt Verbrechensbekämpfung?
Polizeikontrolle bei Nacht und Nebel
Neulich zum Beispiel war ich mit einem Freund im Auto unterwegs. Es war mitten in der Nacht, es regnete und wohl deshalb standen die Freunde und Helfer im grün-braunen Dress wohl auch unter einer Autobahnbrücke. Allgemeine Verkehrskontrolle, Ihre Papiere bitte. Sie waren zu dritt.
"Guten Morgen. Sie haben es wohl eilig, was?" Natürlich. Man möchte schließlich ins Bett. Und wenn man müde ist, macht man einen leicht dusseligen Eindruck, so, als hätte man getrunken. Was wohl auch dem netten Herrn am Fenster auffiel: "Haben Sie Alkohol getrunken?" "Neinein, wir trinken nie, wir sind Antialkoholiker." Soviel Ironie sollte erlaubt sein.
Gigantischer Personalaufwand
Die Polizisten hatten sich aufgeteilt. Es waren neun Mann, jeweils drei pro Auto. Einer hielt die Taschenlampe in den Innenraum, die Hand an der Waffe, Sicherheitsregel. Ein zweiter machte die Kontrolle der Papiere, während der dritte sich damit beschäftigte, das Auto, einen alten BMW, auf eventuelle Auffälligkeiten zu untersuchen. Der Kontrolleur schien etwas bestimmtes zu suchen, deshalb wollte er auch meine Papiere sehen. Ich war der Beifahrer. Sehe ich so kriminell aus?
Während Polizist 1 und 2 an der Fahrertür standen und Smalltalk mit uns hielten, erschallte ein Ruf von vorne: "Ey, die ASU ist abgelaufen!" Hä? Polizist 2: "Ihre ASU ist abgelaufen!" Nein, das konnte nicht sein, der Wagen war erst neulich beim TÜV, die ASU wurde mit gemacht. Ob wir seinem Kollegen nicht glauben wollten? "Ich schau' jetzt mal selbst!" Er reichte uns unsere Papiere und verschwand vor der Motorhaube.
Polizeiliche Schwäche im Zeit-Raum-Kontinuum
"Tatsache! Das ist 'ne 90er-ASU!" 14 Jahre abgelaufen? Bei einem 12 Jahre alten Wagen? Mein Kollege und ich mussten grinsen. Man stelle sich die Situation vor: Zwei Polizisten vor dem Wagen, die fassungslos auf eine ASU-Plakette starren und einer vor der Tür, der uns mit der Lampe ins Gesicht leuchtet. Der seinerseits nahm dann Kontakt zu seinen Jungs vor dem Wagen auf.
"Eine ASU von 1990? Leute, das kann doch wohl nicht sein!" Er schaltete die Taschenlampe aus und trat vor den Wagen. Im Licht der Scheinwerfer standen drei Polizisten, die scheinbar nur darauf warteten, von uns beiden Terroristen im alten BMW überfahren zu werden. "Das ist doch wohl 'ne 90er-ASU!"
