Wenn der Rechner offline bleibt
Verkehrte Netzwelt: Mein DSL-Anschluss ist ein Mädchen
Mein DSL-Anschluss lebt! Wenn man allerdings nach konkreten Lebenszeichen sucht, findet man derzeit keine: Mein Rechner ist offline. Ungewollt. Beim besten Willen lässt sich keine Verbindung zum Internet aufbauen, dabei muss ich unbedingt noch die Rechnung bezahlen, die vor mir liegt. Und wann fährt der Zug nach Dortmund? Irgendwann in der nächsten Stunde. Ich muss doch nicht etwa beim Bahnhof anrufen, oder?
Inhaltsverzeichnis
- 1Schnell mal den Rechner neu booten
- 2An mir liegt es nicht! Ich rufe die Hotline an
- 3Stunden später: Die Verbindung steht
- 4Zickenalarm
Jetzt ist aber erst einmal Fehlersuche angesagt. Fünf Minuten - mehr gebe ich dem Problem nicht: Nachdem der Browser schon das Internet meidet, öffne ich den bordeigenen Internet Explorer - auch hier keine Verbindung. Vielleicht ist es ja nur ein HTTP-Problem, aber auch E-Mails lassen sich nicht abrufen. Die Leitung zum Internet ist definitiv tot.
Schnell mal den Rechner neu booten
Ich entschließe mich, vorerst ruhig zu bleiben, schalte den Router aus und wieder an. Kurze Zeit später steht angeblich wieder die PPPOE-Verbindung (grünes Licht!), doch irgendwo zwischen meinem Rechner und dem Internet steht eine unsichtbare Mauer. - Eine Brandmauer ist es allerdings nicht, die Firewall ist längst abgeschaltet.
Nachdem ich auch den Rechner neu gestartet habe und darauf warte, dass WinXP langsam hochfährt, bleibt mir Zeit für einen Blick auf die Uhr. Eine Viertelstunde ist schon vergangen. Eigentlich bleibt mir auch nicht die Zeit, sie rennt mir davon. Der Computer klaut mir sie immer dann, wenn ich nur wenig davon habe. Ein Teufelskreis.
Es ist ja nicht so, dass ich wenig Ahnung von der Materie hätte. Viele Probleme mit dem Rechner lassen sich in fünf Minuten lösen. Doch wenn die schnelle Lösung nicht die richtige ist - und das gleich mehrere Male -, dann steht unter dem Strich ein riesiger Zeitverlust. Ärgerlich.
An mir liegt es nicht! Ich rufe die Hotline an
Der Weisheit letzter Schluss: An mir oder meinem Rechner kann es nicht liegen, ich rufe also schnell mal beim Provider an, vielleicht ist dort etwas kaputt. Nur wie lautet die Nummer? Die würde ich ja normalerweise auf der Website nachschauen, nur das geht gerade nicht.
Habe ich mit denen überhaupt jemals ein Stück Papier getauscht, wo eine Telefonnummer im Briefkopf stehen könnte? Natürlich nicht, aber auf meiner Festplatte werde ich dann doch fündig. Dort lege ich immer die PDF-Rechnungen ab, fünf Minuten später spreche ich mit Tobias Baumann.

Stell Dir vor, Du hast Geburtstag und keiner ruft Dich an. Zugegeben, eine ziemliche Horror-Vorstellung. So fragt man sich schnell, was das ganze Jahr wohl schief gelaufen sein mag. Welche Grund sollte es sonst geben, dass weder Familie, noch Freunde oder Kollegen Glückwünsche zum Geburtstag übermitteln möchten. Vielleicht ist die Antwort viel näher, als gedacht: die letzte Meile liegt nicht umsonst beim Telekommunikationsanbieter.




