Netzbetreiber fühlt sich für Netzebene 4 nicht zuständig

DSL-Alternativen: Internet via TV-Kabel und die Bordstein-Hürde

Den Rechner vom T-DSL-Anschluss abstöpseln und an das TV-Kabel anschließen - für viele ist dies ein Traum. Der größte Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland möchte auch 1,8 Mrd. Euro investieren, um sein Netz internet-fähig zu machen, dennoch wird ein Großteil der Kunden in die Röhre schauen.

Genauer gesagt in zwei Röhren. Viele Kabel-Kunden können sich ans Fenster stellen und durch ein Fernglas sehen, wo das Netz von Kabel Deutschland endet. Ins eigene Wohnzimmer reicht es nur selten, denn das deutsche Kabelnetz ist in verschiedene Netzebenen aufgeteilt. Für das letzte Stück vom Bordstein in die Wohnung - die Netzebene 4 - fühlt sich Kabel Deutschland nicht mehr zuständig.

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Vorbehalte im Kleingedruckten

Vor einer Woche haben wir noch berichtet, dass Kabel Deutschland gegen die Deutsche Telekom antritt. 1,8 Mrd. Euro möchte das Unternehmen investieren, um vom Bundeskartellamt die Genehmigung zu erlangen, die regionalen Anbieter ish, iesy und KabelBW übernehmen zu können. Keine Entscheidung aus Leidenschaft, sondern ein Zugeständnis an die Behörden. Nun gibt Kabel Deutschland bekannt, dass sich die Zusage, 50 Prozent der anschließbaren Haushalte aufzurüsten, nur auf die Netzebene 3 bezieht.

Doch was nutzt ein für Highspeed-Internet ausgebautes Netz, das nur bis zum Bordstein reicht? Die Netzebene 4 liegt oft in Händen von Wohnungsbaugesellschaften oder anderer Hausbesitzer. Haben sie alle das Geld und den Willen, auch das letzte Stück Kabel für das Internet aufzurüsten? Es macht ja auch keinen Sinn, einen Supermarkt mit drei Etagen und 15 Kassen in einer Gemeinde mit 200 Seelen zu errichten. Es könnte gut sein, das letztlich doch kaum jemand über das TV-Kabel ins Internet gelangen wird.

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