Aufschrei in der Open-Source-Gemeinde
Sender-ID: Kritik an Microsofts Antispam-Vorschlag
Die Open-Source-Gemeinde hat einen großen Gegner. Der sitzt in Redmond, ist Marktführer bei Betriebssystemen und heißt Microsoft. Und weil Microsoft seine Marktposition gerne ausnutzt, um Mitbewerber aus dem Geschäft zu werfen, beäugt die freie Entwicklergemeinde jeden Schachzug des Konzerns sehr kritisch. So auch das von Microsoft vorgeschlagene Antispam-System "Sender-ID".
Inhaltsverzeichnis
- 1Spam-Bekämpfung durch IP-Check
- 2Kostenlos - oder doch nicht?
- 3Dealer-Methoden eines Redmonders
- 4Erst anmachen, dann wegmachen
- 5Konkurrenz vorhanden
Spam-Bekämpfung durch IP-Check
Sender-ID soll Spam dadurch bekämpfen, dass Einträge in den Domain Name System darüber informieren, von welchen IP-Adressen Emails bestimmter Domains versandt werden dürfen und von welchen nicht. Stimmen die Daten der DNS mit denen des Absenders nicht überein, kann nahezu sicher geschlossen werden, dass es sich um Spam handelt. Sofern denn die DNS-Einträge ordentlich gepflegt werden.
Um nicht allein da zu stehen, immerhin ist die Open-Source-Konkurrenz gerade im Server-Markt ziemlich stark, wollte Microsoft ursprünglich mit anderen Anbietern wie GMX oder AOL zusammenarbeiten. Doch nun stellt sich die Open-Source-Gemeinde quer: Die Bedingungen der kostenlosen Sender-ID-Lizenz seien zu hart und widersprächen dem Open-Source-Gedanken.
Kostenlos - oder doch nicht?
Denn Microsofts Lizenzmodell ist zwar kostenlos, aber keinesfalls frei. So darf Sender-ID zwar überall implentiert werden, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Quelltext nicht verändert wird. Für Open-Source-Freunde eine Zumutung, immerhin begibt man sich auf diese Weise in Abhängigkeit von Microsoft.
Die Redmonder nämlich müssten nichts weiter tun, als die kostenlose Lizenz zu verteilen, auf eine ordentliche Marktdurchnässung warten und dann plötzlich Lizenzgebühren für das System verlangen, ähnlich wie ein Drogendealer, bei dem ist der erste Schuss Heroin auch immer kostenlos. Kleiner Nebeneffekt: Der Junkie geht unweigerlich zu Grunde, ist er einmal abhängig.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Anti-Spam hier.
