Wenn persönliche Daten auf Reisen gehen
Privacy Watch: Vorsicht beim Filesharing
Christian Rentrop
Wiedersehen auf der Porno-Seite
Ebenfalls riskant sind Familienphotos. Denn das niedliche Plantschbild eines Kleinkindes ist im Familienalbum vielleicht nur eine schöne Erinnerung, im Web aber ganz schnell eine Wixvorlage für krankhafte Perverse. Und wer will schon, dass die dreijährige Tochter ein Star in der pädophilen Pornoszene wird?
Das gleiche gilt auch für die gerade im Zeitalter der Digitalkamera immer wieder gerne geschossenen Nacktbilder der Freundin oder der Ehefrau. Auch solcher Content ist verkäuflicher Inhalt für diverse Pornoseiten, Stichwort "Amateur". Die unbegründete Angst, der Entwickler könnte solche Bilder für seinen persönlichen Bedarf abziehen, ist nichtig, wenn man sie gleich der ganzen Welt zur Verfügung stellt.
Vorsicht bei der Ordner-FreigabeDeshalb sollten Filesharer immer darauf achten, welche Ordner sie genau freigeben. Ein unbedarfter Klick, schon gehen die persönlichsten Daten auf Reisen. Und zwar für alle Ewigkeit, das ist eben das Prinzip einer Tauschbörse. Und schlimmer noch: Von einem anderen Rechner aus kann das Bild auch in einem anderen P2P-Netzwerk landen, dank Multi-Sharing-Tools wie MLDonkey.
Es gibt bereits diverse Websites, die sich mit den persönlichsten Funden in Filesharing-Systemen befassen. So stellt das amerikanische Weblog SeeWhatYouShare regelmässig die besten Fundstücke aus Tauschbörsen zur Verfügung, natürlich mit geschwärzten Passagen, wo es persönlich wird.
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