Privacy Watch: Wie ein Teenie Ebay neppte

Wer ist schuld an dem Debakel?

So ist Ebay der Meinung, die DeNIC habe den Vorfall verbockt. Die wiederum schiebt die Schuldigkeit auf Intergenia. Die Firma habe nach Ansicht der Domain-Verwalter nicht richtig auf die Daten des Wechselantrages geschaut. Und Intergenia? Intergenia macht natürlich den Täter verantwortlich.

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Der nämlich ist zwar die ausführende Kraft gewesen, indem er gefälschte Domainwechsel-Anträge eingereicht hat, doch ist er nicht wirklich Schuld an der ganzen Geschichte. Es handelt sich dabei um eine Lücke im DeNIC-System, die von ihm ausgenutzt wurde. Das ist ungefähr so, als würde man einen Hund dafür ausschimpfen, sich am direkt neben dem Futternapf aufgestellten Braten verlustiert zu haben.

Hängt ihn höher!

Normalerweise sollte ein Provider jeden Domainwechsel peinlichst genau prüfen. Denn inzwischen stecken hinter vielen Domainnamen wirtschaftliche Werte, die zum Teil in die Millionen gehen. Da ist es nur rechtens, den eigentlichen Besitzer der Domain zu fragen, bis er eine Antwort gibt. Intergenia jedenfalls möchte nun telefonische Rückfragen einführen, um Domainumzüge abzusichern.

Der Täter übrigens wurde bereits gefasst: Es handelt sich um einen 19-jährigen Schüler aus dem Kreis Helmstedt. Er hat sich gestellt, nachdem ihm bewusst wurde, was sein kleiner August-Scherz angerichtet hat. Die Polizei ermittelt gegen ihn wegen Datenspionage. Der Täter hingegen betont, dass er keinen Schaden hatte anrichten wollen.