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Digitale Radiomitschnitte sorgen für Ärger
TimeTrax schneidet digitales Radio

von Sascha Hottes Uhr veröffentlicht

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Scott MacLean hatte ein Problem. Zwar hatte er ein Gerät, dass digital Musik auf seinen Computer brachte. Doch manchmal hatte er doch ein Konzert verpasst. Ärgerlich. Deshalb entwickelte der Programmierer eine eigene Software, TimeTrax.

Scott MacLean hatte ein Problem. Zwar hatte er ein Gerät, dass digital Musik auf seinen Computer brachte. Doch manchmal hatte er doch ein Konzert verpasst. Ärgerlich. Deshalb entwickelte der Programmierer eine eigene Software, TimeTrax.

TimeTrax ist speziell für das Computer-basierte Satelliten-Radio "XM Satellite Radio XM PCR" entwickelt worden und kostet in der unbeschränkten Version 30 US-Dollar. Das Satelliten-Radio ist ein kleiner Kasten, der direkt an den USB-Port angeschlossen wird. Er ermöglicht den Zugriff auf über 120 verschiedene digitale Radioprogramme. TimeTrax kann eine Radiosendung aufnehmen und dabei sogar einzelne Songs mit ID3-Informationen als MP3 ablegen. Viele ähnliche Programme können lediglich eine große Datei aufnehmen, danach muss man in Handarbeit den "Remix" zurechtschneiden. Die Songs können aber auch als WAV-Datei gespeichert werden.

Zeitversetzte Aufnahme mit ID3

Im Laufe der Zeit verfeinerte MacLean seine Software. Mittlerweile sind zeitversetzte Aufnahmen möglich. Man kann sogar Songs aufnehmen, die bereits angelaufen sind, dafür wird eine Art Puffer genutzt. Über individuelle Listen kann man Interpreten auch ausschließen oder explizit suchen. Kurzum: Die Software funktioniert zwar nur mit dem Radiosystem von XM Satellite. Hat man aber ein solches Gerät, dann bekommt man ein perfektes Programm zum Aufnehmen und Verwalten seiner Songs. In Amerika hat der kostenpflichtige XM Radiodienst derzeit 2,1 Millionen Benutzer. "Für die wird der Radiodienst mit TimeTrax ein wenig benutzerfreundlicher," sagt MacLean.

Die RIAA beunruhigt die Software, obwohl sie im Detail noch nicht überprüft wurde. Ein Sprecher der amerikanischen Musikindustrie äußert sich gegenüber Wired.com. "Wir sind beunruhigt, wenn irgendwelche Produkte Aufnahmen von Broadcast-Diensten zulassen und sie so zu Musikarchiven werden", sagt Jonathan Lamy.

RIAA und XM prüfen rechtliche Schritte

Gemeinsam mit dem Radiodienst XM arbeitet die RIAA derzeit zusammen, um zu überprüfen, ob Urheberrechte oder Nutzungsbedingungen verletzt wurden. Der Radiodienst distanziert sich von der Software. "Das ist ein Produkt, das nicht von uns genehmigt wurde," sagt der Vize-Präsident von XM Chance Patterson. Und ergänzt "Die Software ist etwas worüber wir nicht hinwegsehen können... Wir erwarten, dass die Entwicklung eingestellt wird. Wir prüfen derzeit auch mögliche Rechtsverstöße."

In einem Schreiben an MacLean fodert der Anwalt von XM den Programmierer auf, die Entwicklung und den Verkauf der Software zu stoppen. Außerdem soll er eine Liste mit den bereits 400 Käufern überlassen. MacLean antwortete darauf, dass er keine Absicht habe, die Anweisung zu befolgen. Eine Liste habe er auch nicht.

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http://www.netzwelt.de/news/67196-digitale-radiomitschnitte-sorgen-aerger.html
2004-09-02 12:00:00
News
Digitale Radiomitschnitte sorgen für Ärger