Mahn-Mails auf Abwegen

Bei falschem Klick: Hausdurchsuchung

War es ein Versehen oder Absicht? Etwa 30000 "Kunden" staunten am Freitag nicht schlecht als sich eine ihnen nicht bekannte Mahnung in ihrem Postfach befand. In dieser wurden sie aufgefordert doch bitte umgehend 29,99 Euro auf das Konto eines 21-jährigen Bayreuthers zu überweisen. Andernfalls würde ein kostenpflichtiges, gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet.

Morgens früh um neun drückte der junge Mann auf "Absenden" - bereits um zwölf klingelte es an der Tür. "Guten Tag - Hausdurchsuchung." Der Rechner wurde umgehend beschlagnahmt. Nachdem die ersten Strafanzeigen frühzeitig bei der Polizei eintrudelten, wurde auch die Sperrung seines Bankkontos, auf welches die Beträge eingezahlt werden sollten, veranlasst.

Mit der Schreibtischlampe im Gesicht sagte der Mann bei der folgenden Vernehmung, dass es sich um ein Versehen handelte. Statt die korrekte E-Mail-Adresse des säumigen Kunden einzugeben, klickte er aus Versehen auf eine Verteilerliste. Diese enthielt dann die rund 30000 Einträge.

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Bei Anruf - Panik

Nachdem sich im Laufe des Vormittags etliche "Kunden" bei ihm beschwert hatten, kam der Beschuldigte ins Grübeln und meldete sich bei der Polizei in Bayreuth und fragte was nun zu tun sei. Das dieser Anruf protokolliert wurde war sein Glück - er wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Woher die vielen Einträge auf der Verteilerliste stammen bleibt noch zu prüfen. Einige Empfänger der Mahnmail sagten aus, sich die Adressen nur für einmalige Zwecke eingerichtet zu haben, oder sie ausschließlich in Diskussionsforen zu nutzen.

Vielleicht handelte der "Täter" auch nach dem Prinzip: "Versuchen kann man es ja mal", und bekam es erst hinterher mit der Angst zu tun. Ob die Aktion auch weiterhin ohne Folgen bleibt, klären zur Zeit die zuständigen Behörden.