Rundum-Paket zur Radio-Aufnahme
Ausprobiert: Audiojack im Test
Als die deutsche Softwarefirma S.A.D. ihr neues Aufnahmeprogramm Audiojack vorstellte, konnte sie sich einen Seitenhieb auf die Musikwirtschaft nicht verkneifen. Der Grund: S.A.D. hatte zuvor ein Programm zum Kopieren geschützter DVDs vermarktet, bis ihr dies auf Betreiben des Musikindustrie-Verbandes IFPI untersagt wurde. Bis dahin habe man sich eigentlich gar nicht groß mit Musik beschäftigt, ließ S.A.D. dazu wissen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Netzradios mitschneiden
- 2Der Videorecorder für die Ohren
- 3Per Hand nachhelfen
- 4Abspielen und Brennen
- 5Fazit: Durchaus lohnenswert
Doch motiviert durch die Klage habe man sich Gedanken dazu gemacht, welche Möglichkeiten zum Musikkonsum PC-Nutzer angesichts des neuen Urheberrechts denn überhaupt noch hätten. Dabei sei dann Audiojack herausgekommen - ein Aufnahmeprogramm für Internet-Radios. Wir wollten wissen, ob Audiojack mehr ist als nur ein PR-Gag und haben die Software einmal einem ausführlichen Test unterzogen.
S.A.D. hat für den Audiojack eine ganze Reihe von Tools unter einer Oberfläche kombiniert, um Musikfans ein Rundumpaket zu bieten. Dazu gehört neben der Möglichkeit zum Mitschneiden einzelner Radiosender auch ein Audio-Editor, eine Software zur Wiedergabe und Katalogisierung von MP3s, CD-Brennsoftware und ein Labeleditor zum Gestalten der eigenen CD-Hülle. Trotz der Funktionsvielfalt ist die Oberfläche auf den ersten Bick angenehm übersichtlich gestaltet.
Netzradios mitschneiden
Im Zentrum des Programms steht das Modul zum Mitschneiden von Internet-Radios. Audiojack besitzt dazu eine integrierte Liste von mehreren tausend Stationen, die einen guten Einstieg in die Netzradiowelt bieten. Die Liste lässt sich per Mausklick übers Netz aktualisieren. Leider meldet Audiojack zu vielen Stationen ein frustrierendes "Radiosender momentan nicht verfügbar" - es wäre besser, wenn hier direkt auf einen Server wie Shoutcast.com zugegriffen würde, der nur verfügbare Stationen anzeigt. Alternativ lassen sich auch eigene Adressen aus dem Web aufrufen. Dabei kann man ohne Umwege jedoch nur Stationen aufnehmen, die auf MP3 oder Ogg Vorbis als Streaming-Format setzen. Real Audio-Streams bleiben aus juristischen Gründen außen vor.
Die einzelnen Stationen lassen sich direkt per Mausklick auf die Festplatte bannen. Der Clou: Audiojack bedient sich dabei der Meta-Informationen, die von den Webradio-Betreibern übertragen werden, um jeden Song fein säuberlich und korrekt betitelt einzeln abzuspeichern. Das klappt auch auf Anhieb sehr gut - vorausgesetzt, man hat einen leistungsfähigen DSL-Internetanschluss oder etwas vergleichbares. Wer noch mit Modem-Geschwindigkeit im Netz unterwegs ist, muss sich nicht wundern, wenn die Aufnahmen nichts werden.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Audio Player & Playlister und Audio-Bearbeitung.
