Internet-Telefonie-Anbieter im Überblick
Voice over IP: Quatschen für lau
Martin ist fünfzehn, wohnt in Hamburg und hat Streit mit seinem Vater. Das kam so: Martin hat im Ferienlager Anja kennengelernt. Anja wohnt aber in Berlin. Und nach dem Urlaub haben beide viel telefoniert, und wegen der hohen Rechnung hat Martin jetzt Streit mit seinem Vater.
Inhaltsverzeichnis
- 1Ganz neu ist es nicht
- 2Noch nicht ausgereift?
- 3Problemkind Internet-Protokoll
- 4SIP, SDP und RTP
- 5Jeder Anbieter kocht ein eigenes Süppchen
- 6Weltweit erreichbar
- 7Noch ist die Hardware teuer
- 8Das VoIP-Dutzend
Doch Martin hat jetzt eine Lösung für das Problem gefunden: Sie heißt Voice-over-IP, kurz VoIP, und dabei geht es um das Telefonieren über das Internet. Denn Martins Vater hat ohnehin eine DSL-Flatrate für die Familie, und die netzinternen Gespräche sind umsonst. Und auch Anja hat eine DSL-Flatrate des selben Providers.
Ganz neu ist es nicht
Zwar gibt es schon länger die Möglichkeit, über das Internet zu telefonieren. Doch so richtig populär wurde bisher nur das Programm "Skype" aus der Kazaa-Schmiede. Jetzt aber kommt langsam Bewegung in die sogenannte IP-Telefonie: Immer mehr Internetprovider bieten es zu den eigenen Anschlüssen an; außerdem gibt es einige unabhängige Anbieter. Zwar ist der Markt noch unübersichtlich, was die Konditionen angeht, aber eines haben alle Anbieter gemeinsam: Netzinterne Gespräche sind kostenlos.
Neben einem Provider braucht man für VoIP nur zwei Dinge: eine breitbandige Flatrate oder einen großzügigen Volumentarif sowie ein IP-Telefon oder einen Computer. Hier unterscheiden sich auch die Provider: Bei manchen kann man ausschließlich über den Computer telefonieren, bei anderen genügt ein IP-Telefon oder ein Adapter, mit dem sich normale Telefone an einen Ethernet-Router anschließen lassen. Noch ist VoIP-Hardware aber relativ teuer.
Bei einem VoIP-Telefonat fallen in der Stunde rund 100 Megabyte Datenverkehr an. Wer außer telefonieren auch noch surfen und downloaden möchte, sollte eine Flatrate oder einen großzügigen Volumentarif haben. Denn sonst wird das Telefonieren doch wieder ein teurer Spaß.
Noch nicht ausgereift?
Auf der Suche nach einem Provider stößt Martin im Internet auf die Berichte einiger VoIP-Nutzer: Sie beklagen sich über schlechte Sprachqualität, abbrechende Verbindungen, Echos in der Leitung oder darüber, dass sie gar nicht erst eine Verbindung herstellen können. Auf den Seiten der Anbieter findet Martin jedoch Beteuerungen, dass diese Probleme gelöst seien: Der VoIP-Anbieter QSC garantiert eine Verfügbarkeit von 97,5 Prozent - für einen T-Net- oder T-ISDN-Anschluss garantiert die T-Com lediglich eine Verfügbarkeit von 97 Prozent.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Internettelefonie hier.
