Kabel Deutschland ohne klaren Ausblick

DSL-Alternativen: Kabel-Internet im Dornröschenschlaf

Never change a running system - Kabel Deutschland verdient sein Geld mit dem Fernsehen, nicht mit dem Internet. Das wird wohl auch so bleiben. Keine guten Aussichten für das Internet via TV-Kabel bei der Präsentation der Quartalszahlen des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland.

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Es könnte so schön sein: das Kabelmodem in die Buchse für das TV-Kabel stecken und mit 2 Mbit/s durch die weite Welt des Internets surfen. 9,6 Millionen Kunden hat der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland. Doch nur eine kleine Zahl von ihnen kann tatsächlich das "High Speed Internet" nutzen, denn es mangelt am notwendigen Ausbau der Netze.

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Nur 4,6 Prozent nutzen Kabel-Internet

In den Versuchsregionen Berlin, München, Bayreuth und Leipzig dürften es schätzungsweise 125.000 Haushalte sein, die den Internetdienst über das TV-Kabel nutzen können, aber nur 4,6 Prozent von ihnen sind tatsächlich zahlende Kunden - gerade einmal 5.800 Haushalte. Dabei spricht das Unternehmen von einer "besonderen Aufmerksamkeit" für das "High Speed Internet" und von weiteren Testregionen in Saarbrücken, Hamburg und Dresden, die in der zweiten Jahreshälfte starten sollen.

"Durch die Umstrukturierung unseres Unternehmens wurde erhebliches Geld frei, die wir in den Ausbau der Absatz- und Verkaufsfunktionen investiert haben", so Christof Wahl, COO Kabel Deutschland. Ein Großteil des Geldes wurde bisher allerdings ins traditionelle Fernsehgeschäft gesteckt, und dies wird wohl auch so bleiben.

"High Speed Internet" als permanenter Test

Dennoch sind die neuen Geschäftsfelder Kabel Digital und High Speed Internet ein Erfolg, wenn auch ein kleiner. Mit ihnen konnten im zweiten Quartal 2004 rund 2,5 Millionen Euro eingenommen werden. Im Kerngeschäft, dem analogen Kabelzugang, lagen diese aber immens höher, bei 227,1 Millionen Euro.

Was mit dem Geld geschieht? Im letzten Quartal wurde davon unter anderem die Übernahme der regionalen Kabelnetzbetreiber ish und KabelBW finanziert. Was für den Ausbau des Kabel-Internets noch überblieb und bleibt, ist unklar. Der Prinz steht immer noch an der Hecke und zupft ein wenig an den Dornensträuchern. Wann endlich wird er Dornröschen wach küssen?

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