Mit dem MP3-Player beim Zahnarzt
Im "Praxis"-Test: Creative MuVo TX
Mit schweißnassen Händen sitze ich beim Zahnarzt. Keine noch so schöne Arzthelferin konnte mir je den Gang zum Doktor versüßen, aber entspannende Musik soll da Wunder bewirken. Der MuVo TX ist randvoll mit Mozarts kleiner Nachtmusik und ähnlicher Fahrstuhlmukke. Vermummte Gestalten beugen sich über mich. Ich schließe die Augen und drücke auf "Play".
Inhaltsverzeichnis
- 1Betäubung? Taub!
- 2Rechts wie links
- 3Unterm Strich
Etwa eine Stunde zuvor wurde der TX mit Musik vom Rechner gefüttert. Software installieren, den Player in den USB-Port stecken, und schon kann es losgehen. Die beiliegende Software "MediaSource" überzeugt durch einfache Bedienung. Die gewünschten Dateien werden, ähnlich wie beim arbeiten mit dem Explorer, einfach auf den TX gezogen. Dank USB 2.0 geht dies auch recht schnell. Zumal bei maximal 128 Megabyte Schluss ist. Der Speicher reicht für etwa zwei Stunden Musikwiedergabe in MP3-Qualität. Immerhin vier Stunden kann man sich von WMA-Songs berieseln lassen.
Betäubung? Taub!
"So jetzt bitte wieder zumachen und mit den Zähnen knirschen". Ich höre nichts, merke aber das Doc mir was sagen will. Bei den vier Tasten die der MuVo bietet ist die Wahrscheinlichkeit groß, auf Anhieb die richtige zu treffen. Obwohl der Player extrem klein ist, gerade mal 72 x 37 x 15 mm um genau zu sein, lässt er sich gut bedienen. Zwei große Tasten für die Lautstärkeregelung, eine zum Ein- und Ausschalten, sowie ein Drehrad zur Menüführung und den Titelsprung - mehr braucht kein Mensch. Ich drücke also auf Pause.
"Reicht Ihnen die Musik zur Ablenkung oder soll ich zur Betäubung doch eine Spritze setzen?" Keine Frage: Der Mann versteht sein Handwerk. Ich entscheide mich hart zu bleiben und verzichte auf eine Betäubung. Mit dem eingebauten Mikrofon könnte ich eigentlich meine eigenen Schreie aufnehmen um sie irgendwann meinen Kindern vorzuspielen. "So hart im Nehmen war ich damals". Aber um die hässlichen Bohrgeräusche zu vergessen gibt es erstmal Musik der härteren Gangart auf die Ohren.
Der kleine TX überrascht mich. Nicht nur das so ein winziges Gerät doch ganz ordentlich aufdrehen kann, auch die Klangqualität ist wirklich gut. Die Bässe kommen druckvoll aus den mitgelieferten Kopfhörern und überhaupt gibt es an der Klangqualität nichts auszusetzen. Wer will kann über einen Equalizer den Ton zusätzlich anpassen. Pop, Klassik, Jazz und Rock stehen als Presets zur Verfügung. Bessere Ergebnisse erzielt man allerdings wenn man sich den Ton individuell einstellt.
Rechts wie links
Ein lustiges Feature was ich noch von keinem anderen Player kenne ist die Möglichkeit das Display zu drehen. Dies erlaubt auch Linkshändern ohne längeren Krankenhausaufenthalt den TX zu bedienen. Creative zeigt sich zudem spendabel. Im Paket enthalten sind neben dem Player und der Software-CD noch ein Gürtelclip und ein Armband an dem das Gerät beim Joggen Platz findet.
