Backbones: Rück-Grat-Wanderung

Netze-Architektur speziell für Online-Gamer

Der Betreiber des Backbone, über den die ersten alternativen T-DSL-Flatrates liefen, Telefónica, hat genau dies gemacht. Für mehr als fünf Euro günstigere Tarife gab es eine Flatrate, mit der Filesharing nur sehr schwer möglich war. Dienste wie ICQ oder IRC waren auch oft stark eingeschränkt.

Erst kamen die Kunden in Massen, dann liefen sie in Scharen wieder davon. Heute kräht kein Hahn mehr danach. Es ist mittlerweile bekannt, dass der Backbone ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl des DSL-Anbieters geworden ist. Die günstige Flatrate ist manchmal auch ganz schön billig.

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Es gibt aber auch positive Beispiele: Wer besondere Ansprüche an seinen DSL-Zugang hat, bekommt diese möglicherweise durch eine intelligente Netzarchitektur befriedigt. So betreibt freenet eigene Download-Server, um den eigenen Kunden schnelle Downloads zu ermöglichen. Kurze Wege über dicke Leitungen. Eine sehr einfache Art, die Vorteile eines eigenen Backbones auszunutzen.

AOL dagegen hat versucht, Online-Gamer an sich zu binden. Hier ging es nicht um ein Mehr an Bandbreite, sondern um schnelle Verbindungen zu den beliebtesten Game-Servern - auch wenn sie außerhalb des AOL-Netzes stehen. Nach eigenen Angaben hat AOL genau dies durch ein intelligentes Routing geschafft. Der Anbieter einer Gamer-Flatrate betreibt sogar eine eigenen Backbone nur für die Gamer, der Pingzeiten zuliebe.

Auch ein Blick in die Zukunft sei gewagt. Ob es zu einem Durchbruch für Video-on-Demand kommen wird oder gar Fernsehen übers Internet ausgestrahlt wird, weiß niemand. Bestimmt aber werden immer größere Datenmengen auf die Rechner der User geschaufelt. Wer hier ein Netz mit dezentralen Broadcasting-Servern hat, liegt klar im Vorteil.

Unschlagbar: der Backbone der Deutschen Telekom

Die Deutsche Telekom hat sicherlich derzeit den leistungsfähigsten Backbone. Kompettanbieter wie Arcor und QSC, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, ohne Telekomtechnik auszukommen, betreiben natürlich auch einen eigenen Backbone. Interessant wird der Backbone aber bei den T-DSL-Providern.

Auf der letzten Meile sind die technischen Bedingungen für alle gleich: Von der heimischen Telefondose laufen die Daten in die Vermittlungsstelle der Telekom. Erst von dort geht es in den Backbone des Providers - oft auch in den gleichen. Manche Tarife zweier Anbieter unterscheiden sich nur im Namen, Preis und Backbone aber sind identisch.