Wichtig bei der Tarifwahl
Backbones: Rück-Grat-Wanderung
Peter Giesecke
Warum sind manche Flatrates eigentlich so günstig? Gleiche Leistung für weniger Preis? Wohl kaum. "Ohne Zeitbegrenzung. Ohne Volumenbegrenzung." heißt es oft vollmundig. Die Grenzen - oder genauer: die Portbeschränkungen - haben ihren Ausgangspunkt aber ganz woanders: im Backbone.
Dabei ist ein Backbone gar nicht beschränkt, sondern die dickste Leitung, die der Betreiber eines Telekommunikations-Netzes überhaupt vorzuweisen hat. Über ihn werden alle seine Netzknoten miteinander verbunden. Daher läuft auch fast der komplette Datenverkehr zumindest ein Stück über diesen Backbone.
Alle Wege führen über den Backbone
Doch damit nicht genug, die Netzbetreiber tauschen auch untereinander Daten aus. Diese Netzzusammenschaltung passiert aus praktischen Gründen auch auf Ebene der Backbones. Das ach so dezentrale Internet ist plötzlich gar nicht mehr so dezentral. Wenn im Backbone eine Warteschlange eingerichtet wird, reihen sich folglich alle Kunden gleich mit ein.
Doch an der Technik scheitert es selten, fast alle Backbones sind gut ausgebaut. Die Probleme der Provider sind die Kosten. An jedem Übergang von einem Netz zum anderen steht ein kleines Mauthäuschen und kassiert für die Daten, die vorbeifließen. Ein Provider mit vielen Power-Usern, die massenhaft Dateien von einem Server in einem anderen Netz abrufen, wird kräftig zur Kassen gebeten.
Ungeliebte Power-User
Manch ein Power-User fand deshalb schon die Kündigung in seinem Briefkasten. Auch wurden Flatrate-Preise hochgesetzt und Flexi- oder Fair-use-Flatrates eingeführt. Manch ein Provider bietet aus gutem Grund auch nur noch Volumentarife an.
Die Alternative dazu ist, die Leistung des DSL-Zugangs runterzuschrauben. Hier kommt der Backbone wieder ins Spiel. Jedem Power-User seine eigenen Daumenschrauben anzusetzen wäre zwar möglich, aber nicht wirklich wirtschaftlich. Viel einfacher ist es doch, an einer zentralen Stelle die Leistung runterzufahren: am Backbone.
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