Marktzugang für den Wettbewerb
Gezähmtes Monopol: Die Öffnung der letzten Meile
Dominik Schöneberg
Die Telekom ist überall: Der Kommunikations-Riese hat sein Telefon-Netz flächendeckend ausgebaut, nahezu jeder Haushalt hat einen Telefonanschluss. Um auch Wettbewerbern den Marktzugang zu ermöglichen, zwingt das Telekommunikations-Gesetz (TKG) die Telekom den Konkurrenten Zugang zu dem Netz zu gewähren. Auch ohne eigene Telefon-Leitungen können sie den Kunden so eigene DSL-Produkte anbieten.
Mieten statt selber bauen: Die letzte Meile
Einige T-Konkurrenten wie Arcor oder QSC haben in vielen Städten und Gemeinden bereits eigene Netze aufgebaut. Diese reichen jedoch in der Regel nicht bis in die Wohnungen der Kunden. Die sogenannte letzte Meile - meist gewöhnliche Kupferleitungen - müssen die Wettbewerber daher von der T-Com mieten.
Wenn ein Kunde beispielsweise bei Arcor Telefon- und DSL-Anschluss bestellt, schließt das Unternehmen einen Mietvertrag für die letzte Meile ab. Arcor muss eine monatliche Miete an T-Com entrichten, um die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) nutzen zu dürfen. Die Einrichtung des Anschlusses übernehmen Telekom-Techniker: Je nach Aufwand wird dafür eine einmalige Grundgebühr fällig.
Linesharing: Teilen ist unbeliebt
Statt die komplette TAL zu mieten, können die Konkurrenten sich den Anschluss auch mit der T-Com teilen. Während die T-Com weiterhin den Telefonanschluss betreibt, nutzt der Wettbewerber die Breitband-Frequenzen der Leitung für einen DSL-Anschluss. Bislang wird dieses sogenannte Linesharing noch nicht praktiziert. Künftig könnte sich das ändern: Auf Druck der EU-Komission hat die Telekom die Miete für den geteilten Anschluss gesenkt.
Interessant ist Linesharing vor allem für DSL-Anbieter, die über ein eigenes DSL-Netz verfügen, aber keine Telefonanschlüsse im Portfolio haben - zum Beispiel QSC oder Broadnet. Bislang lassen sich diese Unternehmen von einem T-Com-Techniker eigens eine Anschlussdose für ihr DSL installieren.
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