Geld sparen durch RFID-Manipulation
Teuer kaufen, billig zahlen
Gezahlt wird mit EC-Karte. Und weil das so schön einfach ist, könnten theoretisch mittels RFDump die Tag-Infos der Tütenmilch mit denen des Plasma-Fernsehers getauscht werden. Pech für den, der nachher die Milchtüte bezahlen möchte, könnte man meinen.
Allerdings wäre ein derart dreistes Vorgehen sicherlich auffällig. Denn auch elektronische Kassen werden überwacht, per Kamera oder von einem Restbestand klassischer Kassier-Mäuse. Die dürften sich wundern, wenn ein Kunde Einkaufswagen voll Elektronik aus dem Laden schleppt und am Ende nur eine handvoll Euro bezahlt.
Digicam vs. Tütenmilch
Dennoch: Einer intelligenteren Betrugsform stünde nichts mehr im Wege. Beispielsweise, wenn die Tags von einer Billig-Digitalkamera mit denen eines teuren Modells vertauscht werden. Die Fleischwarenfachverkäuferinnen am Ausgang können wohl kaum eine Canon-Kamera von einem Medion-Modell unterscheiden.
Diese Betrugsmöglichkeiten sind nicht im Sinne der Erfinder der RFID-Technologie. Und vielen Händlern dürfte es übel aufstoßen, dass derartige Tools bereits im Umlauf sind, ehe RFID den vollständigen Einstieg ins Warengeschäft hinter sich gebracht hat. Eine ganze Technologie für den Eimer?
Das Wettrüsten hat begonnen
Dem Aufrüsten der Kunden kann nur mit einem Aufrüsten seitens der Händler entgegengewirkt werden. Mehr Personal, weil die elektronische Kasse nichts mehr taugt, mehr Kameras und mehr Detektive, die Ausschau nach PDA-Fummlern halten. Letztendlich ein Kampf, den die Händler gewinnen werden, allerdings zu einem Preis, der die gesamte RFID-Technik in Frage stellt.
Denn das schlagende Argument für RFID sind die gesenkten Logistik- und Personalkosten. Dieser Vorteil allerdings verkehrt sich ins Gegenteil, wenn mit RFID zusätzliches Personal eingestellt wird, das den Kunden auf die Finger schaut. Einmal abgesehen von dem Aufwand, den es benötigt, vermurkste RFID-Tags wieder zu richten.
Das Ende der RFID-Technologie
So gesehen könnte die RFID-Technologie viele Händler und Unternehmen also teuer zu stehen kommen, wenn jeder Witzbold mit einem PDA bewaffnet das ganze System aus dem Konzept bringen kann. Der Stein ist ins Rollen gebracht, nun fehlt nur noch die Armada aus RFID-Gegnern, die das RFID-Konzept aus den Fugen bringen, um es letztendlich zu kippen.
