Ähnliche großer Schritt wie von Mono zu Stereo

Klangrevolution Iosono: 300 Boxen sorgen für Gänsehaut

Mono war vorgestern - Dolby-Surround gestern. Der Audiostandard von morgen nennt sich Iosono. Das vom MP3-Format her bekannte Fraunhofer-Institut tüftelte rund 15 Jahre lang an der Verbesserung des Raumklanges. Klangobjekte lassen sich nun virtuell im Raum platzieren. Das Ergebnis kann sich wohl hören lassen.

Größter Schwachpunkt bisheriger Soundsysteme ist der relativ kleine Bereich, der so genannte Sweat Spot, wo wirklicher Raumklang hörbar ist. Verlässt man diesen Bereich so ist der Effekt schnell vorbei. Beim Iosono-System hingegen wird der Hörer von einer ganzen Armada von Lautsprechern umgeben. Egal wo man sitzt - man hört immer optimalen Klang. In einem Vorzeigestudio in Hollywood sind es unglaubliche 300 Boxen, die für Beschallung sorgen. Diese werden in einem Ring um die Zuhörer positioniert. Das Signal für jeden einzelnen Lautsprecher wird getrennt berechnet und ausgegeben.

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Neue Spielwiese für Toningenieure

Diese neue Technik eröffnet künstlerisch völlig neue Perspektiven. Zum Beispiel ist es möglich, dem Kinobesucher eine virtuelle Tonquelle vorzugaukeln. Kurz hinter seinem Kopf hebt dann ein Hubschrauber mit tosendem Lärm ab. Schreie hören sich realistischer als je zuvor an und sorgen für Gänsehaut.

Zwar wertet das System auch herkömmliche 5.1 Signale oder auch Stereosound klanglich auf. Doch erst mit extra bearbeitetem Material kommt der volle Effekt zum Tragen. Je nachdem wie groß der zu beschallende Raum ist, kommen unterschiedlich viele Rechner zum Einsatz. Die Leistung heutiger PCs macht so ein komplexes System überhaupt erst möglich.

Erste Schritte sind gemacht

Das Fraunhofer-Team sieht mehrere mögliche Einsatzgebiete für die neue Klangtechnik. Zum einen den aufwändigen Einsatz in Top-Kinos, Freizeitparks und Studios. Zum anderen aber auch den Betrieb an einer Heimkinoanlage. Bis das neue System aber etabliert ist, wird noch einige Zeit vergehen. Die hohen Kosten für eine Umrüstung werden einen schnellen Durchbruch verhindern. Die Lizenzgebühren liegen bei circa 15000 Dollar.

Die Vermarktung des Systems läuft bereits auf Hochtouren. Wer die Filmbranche für sich gewinnen will, kommt an einem Sprung über den großen Teich nach Hollywood nicht vorbei. So wurde eigens ein Tonstudio im Mekka des Filmes mit Iosono aufgerüstet um Filmbosse und Kinobetreiber beeindrucken zu können. Das hat wohl auch funktioniert. Diesen Monat konnte das erste System an die englische "University of Surrey" verkauft werden.

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