Das T-Monopol: Die Vormachtstellung der Telekom

Europäische Union: Tarifstruktur der Telekom wettbewerbswidrig

Die RegTP soll dafür sorgen, dass die Telekom von den Wettbewerbern für Dienstleistungen wie das Resale faire Preise verlangt. Seit der Privatisierung der Telekom überwacht die Behörde außerdem, dass der Konzern nicht seine marktbeherrschende Stellung ausnutzt und der Konkurrenz mit Dumping-Angeboten Kunden abjagt.

Immer wieder beschweren sich die Wettbewerber, dass die RegTP Entscheidungen zugunsten der Telekom-Töchter treffe. Ganz von der Hand zu weisen ist dieser Vorwurf nicht: Im März 2004 kündigte T-Com an die Vermietungs-Preise für DSL-Anschlüsse zu senken. Ursache war nicht guter Wille sondern ein eingeleitetes Verfahren der EU-Kommission.

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Wettbewerbskommissar Mario Monti sagte damals: "Die Deutsche Telekom wurde zum Quasi-Monopolisten für den Breitband-Zugang für Endkunden, während keiner der Wettbewerber eine signifikante Marktposition erreichen konnte. Dies liegt an der wettbewerbswidrigen Tarifstruktur der Deutschen Telekom." Die RegTP hatte also Tarife genehmigt, die laut Monti den Wettbewerb behinderten.

Doch selbst wenn künftig der Wettbewerb fair verläuft, wird der Telekom-Konzern weiter den Telekommunikationsmarkt beherrschen. Die Anzahl der Festnetzanschlüsse von T-Com sinkt zwar kontinuierlich. Bei rund 48 Millionen Anschlüssen wird es aber wohl sehr lange dauern, bis irgendein Konkurrent aufschließen kann - wenn überhaupt. Und Der Telekom-Konzern hat einfach eine dickere Geldbörse: Während der größte Kontrahent Arcor im Jahr 2003 einen Umsatz von 1,4 Milliarden verbuchte, setzte allein die Festnetzsparte T-Com 25,3 Milliarden Euro um. Dabei sprang ein Gewinn vor Steuern und Abschreibungen von über 10 Milliarden heraus.

Die Preise sinken trotz Vormachtstellung

Wer viel Geld hat, kann auch viel ausgeben - zum Beispiel für aufwändige Werbekampagnen. Zur Einführung der Enjoy-Tarife für das Festnetz konnte T-Com beispielsweise den TV-Star Günther Jauch als Aushängeschild verpflichten. Außerdem engagieren sich die Telekomtöchter auch sehr stark im Sportsponsoring (FC Bayern München, Team T-Mobile, Telekom Baskets Bonn). Solche teuren Marketingaktionen helfen natürlich den Bekanntheitsgrad und die Sympathiewerte zu erhöhen und so alte Kunden zu halten und neue zu gewinnen.

Auch wenn die Telekom den Markt wohl auch in Zukunft beherrschen wird, der Wettbewerb nützt den Kunden schon jetzt. Die Preise für Telefongespräche sind in den letzten Jahren kontinuierlich gefallen. Dasselbe gilt für Entgelte für Internetverbindungen. Wer weiß, was eine DSL-Flatrate heute kosten würde, wenn die Telekom wie früher als Staatsbetrieb ein Monopolisten-Dasein führen würde.