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21.07.2004
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Über 90 Prozent Marktanteil für den Ex-Monopolisten

Das T-Monopol: Die Vormachtstellung der Telekom

Dominik Schöneberg

Zweitausend gegen Einen: Hört sich unfair an? Ist es auch. Der Telekommunikations-Koloss Telekom dominiert den Markt für DSL- und Festnetzanschlüsse. Die zuständige Unternehmenssparte T-Com betrieb Ende 2003 rund 94 Prozent der Telefon- und 91 Prozent der DSL-Anschlüsse.

Insgesamt versuchten laut dem Jahresbericht 2003 der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) rund 2200 Mitbewerber der Telekom Kunden abzujagen. Doch sowohl bei Telefon- als auch DSL-Anschlüssen holt die T-Konkurrenz nur sehr langsam auf. Der Hauptgrund: Ein eigenes Netz aufzubauen ist teuer. Während T-Com rund 90 Prozent der Haushalte mit DSL versorgen kann, erreichte der größte Konkurrent Arcor im Juni 2004 nach eigenen Angaben gerade einmal 38 Prozent. Viele Kunden haben also überhaupt keine Alternative zu den Angeboten des magentafarbenen Riesen.

Marktanteile gewinnen ohne eigenen Telefonanschluss

Im Gegensatz dazu bröckelt die Marktmacht der Telekom überall dort, wo die Wettbewerber ohne Rieseninvestitionen auf Kundenfang gehen können. Durch Call-by-Call und Preselection können Unternehmen auch Telefongespräche vermitteln, ohne einen eigenen Anschluss zur Verfügung stellen zu müssen. 2003 wickelten die Konkurrenten immerhin 42 Prozent der Telefongespräche in Deutschland ab.

Seit April 2003 können Kunden auch im Ortsnetz mit einem T-Com-Anschluss über einem anderen Betreiber telefonieren. Innerhalb weniger Monat erkämpften sich die Wettbewerber einen respektablen Marktanteil - zum Jahreswechsel 2003/2004 waren es immerhin 15 Prozent. Und die Tendenz ist eindeutig steigend.

Hart ist der Wettbewerb auch bei den DSL-Providern. Die meisten DSL-Besitzer surfen zwar immer noch mit T-Online. Der Marktanteil der Konkurrenz kletterte aber bis Ende 2003 auf 26 Prozent. Im letzten Quartal 2003 schaffte es die Konkurrenz sogar erstmals, mehr neue Kunden zu gewinnen als T-Online: Über die Hälfte der Kunden, die einen neuen T-DSL Anschluss bestellten, wählte einen anderen Provider. T-Online-Chef Holtrop hat bereits erklärt, langfristig sei man im Unternehmen mit einem Marktanteil von 50 Prozent zufrieden.

Neue Chance: Resale von T-DSL-Anschlüssen

Künftig wird T-Online wahrscheinlich noch schneller Kunden verlieren. Denn seit 2004 können die Provider auch T-DSL-Anschlüsse unter dem eigenen Namen und zu eigenen Konditionen verkaufen. Das vereinfacht das Marketing natürlich ungemein. Außerdem sorgt dieses Resale für mehr Chancengleichheit: Schließlich werden in den T-Punkten DSL-Anschlüsse und T-Online-Tarife auch im Paket verkauft.

Doch selbst wenn die Kunden einen anderen Telefonanbieter oder Internet-Provider wählen, fließt ein Teil ihrer Gebühren trotzdem an den Telekomkonzern. Das Prinzip heißt Resale: Die Konkurrenten müssen für den Zugang zum Kunden über die T-Com-Anschlüsse Miete bezahlen. Freiwillig stellt der Telekom-Konzern den Zugang freilich nicht zu vertretbaren Preisen zur Verfügung.


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