64-Bit-Xeons suchen ein Zuhause
Wählerisches Windows: Intels müssen draußen bleiben
Windows XP hat in der 64-Bit-Edition etwas an Intels neuen Xeons auszusetzen: "Leider besitzen Sie den falschen Prozessor, bitte installieren Sie einen Athlon 64 oder Opteron und starten Sie den Installationsvorgang erneut". So könnte die Fehlermeldung lauten, die sich einem bei dem Versuch aufdrängt, die Betaversion von Microsofts 64-Bit-Betriebssystem zum Laufen zu bringen.
Ein Sprecher des Softwarekonzerns beschreibt die Problematik ebenso einleuchtend wie lapidar: Während der Installation des Betriebssystems prüfe Windows, ob es auf einem AMD-System installiert werde. Sei das nicht der Fall, könne die Software nicht installiert werden. Weiterhin sei es für die Microsoft-Programmierer "hauptsächlich nötig gewesen, die AMD-Chips zum Laufen zu bringen, mit anderen Chips haben sie es einfach nicht ausprobiert."
Intel & AMD: Zu verschieden?
Aufgedeckt hat das Ganze der Hardware-Kritiker Andrew Miller beim Test einer neuen Nocona-Workstation, den er auf seiner Website spodesabode.com veröffentlichte. Schuld sind die unterschiedlichen Architekturen der Prozessoren von Intel und AMD. Obwohl es Intel patentrechtlich gestattet ist, sich im 64-Bit-Baukasten des nicht mehr ganz so kleinen Konkurrenten zu bedienen, weisen beide bekanntermaßen unterschiedliche Befehlssätze auf. Populäre Beispiele sind AMDs 3DNow und Intels Hyper-Threading-Technik.
Eine neue Windows-Beta, die auch mit Intels 64-Bit-Erweiterung zurecht kommt, wird unternehmensnahen Kreisen zufolge schon Ende nächsten Monats erwartet, pünktlich zu Chipzillas neuem Server-Chipsatz für Nocona-Xeons. Intel und Microsoft versprechen, dass die endgültigen Versionen von Windows XP und Windows Server 2003 problemlos auf Xeons und Opterons laufen werden.
Im vierten Quartal soll es soweit sein, mit genauen Terminen für Beta- und "finale" Version halten sich die Redmonder jedoch zurück. Ein lauffähiges Betriebssystem für zwei 64-Bit-CPUs auf die Beine zu stellen, ist ihnen durchaus zuzutrauen. Schließlich war Microsoft schon früher dazu imstande, mehrere Prozessoren und Befehlssätze unter einen Hut zu bringen, wenngleich auch nur in 32 Bit.
