Criminial Records verkaufte Konzert-Mitschnitte
Music Markt: Bootleg-König verurteilt
England hat einen berühmten Musik-Piraten weniger. Der "Bootleg-König" Mark Purseglove wurde in London zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Noch bevor Napster oder Kazaa das Internet eroberten, verkaufte der heute 33-jährige Bootlegs und verdiente damit Millionen. Das berichtet die BBC.
Inhaltsverzeichnis
- 1Konzertmitschnitte von Eminem und Madonna
- 2Reich durch Musik-Piraterie
- 3FBI: Frauen für den Bootlegger
Konzertmitschnitte von Eminem und Madonna
Das Rohmaterial für seine Musik-CDs erhielt er von Tontechnikern, mitschneidenden Konzertbesuchern oder auch aus Radio-Übertragungen. Sein "Sortiment" umfasste fast alle Stars der damaligen Zeit. Unter anderem Madonna oder Eminem.
Über seine eigenen Plattenlabels, die so klangvolle Namen wie Criminal Records, Wanted Man, Maquerade oder Not Guilty hatten, vertrieb er die Werke. Dafür nutzte er ein eigens geschaffenes Vertriebsnetz.
Reich durch Musik-Piraterie
In den frühen 90iger Jahren gab es noch keine Tauschbörsen. Wer Musik wollte, der musste bezahlen. Deshalb war Purseglove für viele Musik-Fans eine gute und billige Alternative zu den teuren Musik-CDs im Handel. Für rund 20 Euro bot der Pirat seine professionell, mit eigenem Cover gestalteten CDs an.
Die Marge für ihn war happig. Denn die Produktion kostete gerade einmal 1,50 Euro. So schaffte es Purseglove innerhalb von wenigen Jahren zum Millionär. Die illegalen Kopien brachten ihm immerhin einen Aston Martin DB Volante (Wert 155.000 Euro) und ein 1,6-Mio-Euro-Anwesen in London.
Seinen Gewinn schätzen einige auf fast zwanzig Millionen Euro, nachgewiesen wurden aber lediglich neun Millionen. Einen Teil davon wird er nun wohl zurückgeben müssen. Purseglove droht nämlich eine weitere Haftstrafe von fünf Jahren, wenn er bis März 2005 nicht 2,7 Mio. Euro zurückzahlt.
FBI: Frauen für den Bootlegger
Wie fängt man Bootlegger? Mit Frauen natürlich! Im Jahre 1997 ging er dem FBI im Rahmen einer verdeckten Operation in die Falle. Das FBI hatte ihm und anderen Bootlegger vorgegaukelt, alle auf einen All-Inclusive-Trip nach Disneyland einzuladen und sie hatten ihnen für den Aufenthalt zusätzlich noch "viele Frauen versprochen", meldete die BBC.
