Songs im Atrac3-Format für 0,99 bis 1,69 Euro
MP3-Downloads: Sony startet europäischen Musikdienst
Langsam kommt Bewegung in den Online-Musikdienste-Markt. Etwas später, als wir ursprünglich vermutet hatten, ist gestern Sonys Download-Dienst gestartet. Damit gibt es neben den OD2-Diensten und Apples iTunes Music Store einen weiteren Anbieter von Musikdownloads.
Inhaltsverzeichnis
- 1Konzept: Apple - Dateiqualität: schlecht
- 2Bis Jahresende 500.000 Songs
- 3Mac-User ausgeschlossen
Konzept: Apple - Dateiqualität: schlecht
Sonys Musikdienst Connect ähnelt im Konzept Apples iTunes Music Store. So versucht auch der Entertainment-Gigant aus Japan Hardware mit Musik-Downloads zu verknüpfen und bietet deshalb seit wenigen Tagen seinen neuen Network Walkman NW-HD1 an.
Und genau wie Apple setzt man auch nicht auf Microsofts WMA sondern auf ein eigenes Format. Das minderwertige Atrac3-Format stammt ebenfalls aus dem Hause Sony und wird mit 132 kBit/s enkodiert. Natürlich mit Kopierschutztechnologie. Und die arbeitet ganz im Sinne der Geschäftsführung. So ist das Übertragen der Connect-Songs auf mobile Player zwar generell möglich, allerdings nur auf Sony-Geräte. Das Brennen auf CD ist ebenfalls erlaubt, aber auf eine bestimmte Anzahl beschränkt.
Bis Jahresende 500.000 Songs
Derzeit bietet Connect Europe 150.000 Songs von allen Majorlabels und über 100 Indie-Labels. Vorerst soll das Angebot bis Ende August auf 300.000 aufgestockt werden und dann bis zum Jahresende auf 500.000 Songs. Pro Song-Download werden bei Sony zwischen 0,99 und 1,69 Euro berechnet, ein Album kostet zwischen 9,99 und 14,99 Euro.
Auf einen Preiskampf scheint Sony also vorerst zu verzichten. Mit den Preisen bewegt man sich am oberen Ende des Preisniveaus von OD2 und Apple.
Mac-User ausgeschlossen
Und auch bei der "Kundschaft" geht man keinen Streit ein. Apples Mac-Kunden werden von Sony genausowenig bedient wie von OD2. Damit hat iTunes Music Store weiterhin als einziger Shop Zugang zu der kleinen aber attraktiven Zielgruppe.
In den USA hatte Connect erst Anfang Mai den Betrieb aufgenommen. Dort hatte die Plattform deutliche Kritik einstecken müssen. Bemängelt wurde unter anderem die eher umständliche Bedienung und der Einsatz des kopiergeschützten Atrac-Dateiformats. Downloads lassen sich damit nur auf Minidisc-Payern und anderen Sony-Geräten neuerer Bauart abspielen.
Neben SonicSelector, Napster und iTunes, die ebenfalls alle in den letzten Wochen gestartet hatten, gibt es damit einen vierten Downloaddienst in den europäischen Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
