Was bei der Auswahl subventionierter Hardware zu beachten ist
Hardware vom Provider: Lieber zweimal hinsehen
Michael Knott
Bei all der Verlockung sollte eines nicht aus den Augen verloren werden: Gehen alle Schnittstellen und Funktionen konform mit den Anforderungen im Alltag? Nur weil die Hardware geschenkt ist, heißt das noch lange nich, dass sie allen Ansprüchen gerecht wird. Falls Sie auf den Internet-Telefonie-Zug aufspringen möchten, vergewissern Sie sich, dass das bereits vorhandene Festnetz-Telefon Anschluss findet. Dann avanciert Ihr liebgewonnenes Schnurloses ohne viel Aufregung zum Voiper. Denn: Entgegen einer weit verbreiteten Annahme erlaubt die moderne Hardware die Internet-Telefonie auch ohne eingeschalteten PC.
Frischluftfanatiker, denen der Gang zum Computer im Keller ein Gräuel ist, sollten unbedingt auf einen WLAN-Router setzen. Losgelöst von Kabeln, darf man sich auch dann den neuesten Anekdoten der E-Mail-Bekanntschaft widmen, wenn draußen die Sonne lacht und es auf der Terrasse einfach schöner ist. ISDN-Verfechter, die ihre TK-Anlage mit einbinden möchten, müssen darauf achten, dass die gewählte Hardware den ISDN-Standard unterstützt. Ein passendes Angebot für 0 Euro zu finden, wird da schon schwierig.
Zum Glück bedeutet sparen für den Anwender nicht nass werden, denn dank voll vorkonfigurierter Router wird der Internetwillige nicht im Regen stehen gelassen. Mit den Sofort-Start-Sets wird dem steigenden Drang der einfachen Installation Rechnung getragen. Laut den werbeträchtigen Aussagen der Provider soll es tatsächlich möglich sein, nach nur einer Minute das Tor zur großen weiten Welt des Internets zu öffnen. Voraussetzung in diesem Szenario: Ein halbwegs moderner Computer. Denn steht erst noch der Einbau einer benötigten Netzwerkkarte bevor, lässt das Erfolgserlebnis noch etwas länger auf sich warten.


Die Original Fritz!Box ist Rot. 1&1 hat ihr ein schickes schwarzes Gewand verpasst.
Die meisten Provider bauen auf die allseits beliebte und topmoderne Fritz!Box der Firma AVM, die wirklich allen Anforderungen gerecht wird. Von Anbieter zu Anbieter warten verschiedene Austattungsvarianten auf den potenziellen Kunden. Das Basis-Modell versteht sich als reiner Router mit integriertem Modem. Das Folge-Modell erlaubt den Anschluss von analogen Festnetz-Telefonen und ist damit dank der immer mehr in Mode kommenden Internet-Telefonie sicherlich ein Stück zukunftssicherer.
Für ISDN-Profis bietet AVM auch die passende Variante: Das Luxus-Modell findet ohne Probleme in einer ISDN-TK-Anlage Anschluss. Jedes Modell ist entweder als WLAN-Version oder als LAN-Version zu haben. Einige Anbieter vermarkten ausnahmslos die WLAN-Versionen, sodass diese Entscheidung Ihnen ausnahmsweise einmal abgenommen wird.
Auffällig ist, dass fast jedes Angebot zeitlich befristet ist. Der Anbieter suggeriert ein einmaliges Schnäppchen, das einem nicht durch die Lappen gehen sollte. Dahinter steckt jedoch mehr Verkaufs-Strategie als geschenktes Geld. Sonderaktionen gibt es wie Sand am Meer, ein überhasteter Vertragsabschluss kann auch schnell nach hinten losgehen. Insbesondere ein 24-Monats-Vertrag sollte gut überlegt sein. Die Freude über die günstig erstandene Hardware verblasst schnell, wenn die monatlichen Rechnungen in keinem Verhältnis zum Internet- und Telefonie Aufkommen stehen. Im Zweifelsfalle lohnt ein Abwarten fast immer.
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