Tutorial: Festplatte löschen, aber sicher

Formatier-Tool 1: Eraser

Noch mehr Sicherheit sieht die Richtlinie des Bundesministeriums für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor: Sie empfiehlt siebenmaliges Überschrieben der Festplatte, davon sechsmal mit jeweils umgekehrter Bitfolge. Der abschließende Schreibvorgang füllt daraufhin die gesamte Platte mit der Bitfolge 1010101010... und soll so ein Auslesen unmöglich machen.

Etwas mehr Zeit kostet der Bruce-Schneier-Algorithmus. Auch hier wird die Festplatte siebenmal überschrieben, das System ist jedoch ein anderes: Zuerst werden ausschließlich Einsen, dann ausschließlich Nullen geschrieben; anschließend wird das Laufwerk noch mit fünf zufällig generierten Bitmustern bearbeitet. Die zeitintensivste, aber auch sicherste Methode stammt von Peter Gutmann und führt ganze 35 Schreibvorgänge in mehreren Reihen durch.

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Um diese Algorithmen praktisch umzusetzen, ist entsprechende Software nötig. Die Betriebssysteme aus dem Hause Microsoft sehen hier jedoch alles andere als gut aus: Kein bisher veröffentlichtes Windows konnte mit Bordmitteln Festplatten zuverlässig mit einer der geschilderten Methoden überschreiben, nur die unsichere Standard-Formatierung ist möglich. Deshalb müssen externe Programme diese Arbeit erledigen; glücklicherweise sind drei der geeignetsten Tools komplett kostenlos.

Ein empehlenswertes Programm zum Überschreiben von Festplatten ist Eraser. Die Freeware verrichtet auf sämtlichen Windows-Betriebssystemen von 95 bis XP ihren Dienst und wurde als Open-Source unter GNU-Lizenz veröffentlicht. Der Nutzer kann bei Eraser aus allen beschriebenen Methoden auswählen oder ein eigenes System angeben, nach dem verfahren werden soll. Praktisch: Freier und bereits beschriebener Speicherplatz kann mit unterschiedlichen Algorithmen bearbeitet werden.

Eraser

Eraser: Daten löschen mitsamt Scheduler.

Eraser kann entweder aus Windows heraus Partitionen und Laufwerke überschrieben - die Systempartition selbst ist dann allerdings logischerweise ausgenommen. Alternativ kann das Programm auch als Portable auf einen USB-Stick installiert werden und so ohne Beschränkungen und Windows-Fesseln seine Arbeit erledigen. Ein Scheduler ermöglicht es dem Nutzer, zu festgelegten Zeitpunkten automatisch Bereiche der Festplatte zu überschreiben.

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