Tutorial: Festplatte löschen, aber sicher
Diese Methoden gibt es
Diesen Umstand machen sich Recovery-Tools zunutze und bringen so auf bereits formatierten Festplatten erstaunliche Funde ans Tageslicht. Was auf der defekten Foto-Speicherkarte ein Segen ist, wird bei der eigenen Festplatte schnell zum Fluch: Dokumente, pikante Details aus dem Privatleben oder im schlimmsten Fall sogar belastendes Material können schnell auf die Identität des Vorbesitzers schließen.
Aus diesen Gründen wurden über die Jahre verschiedene Verfahrensweisen entwickelt, um Festplatten zuverlässig löschen zu können. Das ist nicht nur für Privatanwender ein wichtiger Bereich: Auch Firmen, Institutionen und Geheimdienste legen verständlicherweise großen Wert darauf, dass die Daten früher verwendeter Festplatten nicht ausgelesen werden können.
Natürlich ist das Entmagnetisieren und damit physische Zerstören der Festplatten ein narrensicherer Weg, die Dateien vor fremden Aufen zu schützen - auf diese Weise wird beispielsweise mit als "streng geheim" eingestuften Daten verfahren. Doch wenn die Festplatte weiterhin benutzbar bleiben soll, ist Überschreiben der einzige Weg zum Erfolg.
Letztlich läuft alles darauf hinaus, die Bitmuster der Laufwerke oft und gründlich zu verändern. Denn die Informationen auf der Festplatte werden als Abfolge von Einsen und Nullen gespeichert. Würden hier beispielsweise die Werte einfach nur per Software umgekehrt, könnte der gleiche - invertierte - Prozess die ursprünglichen Informationen wieder sichtbar machen. Aufwändigere Methoden sind hier also zwingend notwendig.
Ein solcher Standard ist 5220.22-M, der auch vom amerikanischen Verteidigungsministerium genutzt wird: Dabei werden die Festplatten dreimal hintereinander mit unterschiedlichen Bitmustern überschrieben. Dadurch, dass jedes Bit also dreimal mit einem neuen Wert belegt wird, ist der vorhin als "Kassetten-Phänomen" beschriebene magnetische Effekt so gut wie auszuschließen.






