Die Nr. 1 der Alternativen ist nur eine Nr. 2
Arcor: Einheitsbrei statt Telekom
Sascha Hottes
"Die Nummer eins der alternativen Telefonanbieter in Deutschland" nennt sich Arcor selber großspurig. Doch Arcor muss aufpassen, denn die Konkurrenz ist groß: Anbieter wie Versatel oder Alice bieten oft besserer Leistung für weniger Geld. Nimmt man alle Stadtnetzbetreiber zusammen, sind sie ohnehin die größere Konkurrenz für die Telekom als Arcor. Dabei ähnelt Arcor stark dem "Erzfeind" Telekom.
Wer nun aber wirklich zweiter ist, ist letzten Endes egal: Im Vergleich zur Telekom sind sie alle klein. Zwar bringt es Arcor derzeit auf einen Kundenstamm von rund 500.000 DSL-Kunden, aber die Konkurrenz holt auf: GMX, von Haus aus eigentlich Mail-Anbieter, kommt mittlerweile auf über 200.000 Kunden - allerdings mit Resale-DSL; und Anbieter wie 1&1 oder AOL haben deutlich mehr Kunden.
Arcor mietet gleich die komplette letzte Meile von der Telekom, das heißt: Nicht nur der DSL-, sondern auch der Telefonanschluss kommt von Arcor. Wer also mit Arcor surfen will, muss auch mit Arcor telefonieren - Call-by-Call ist nicht möglich. Zwar bietet Arcor auch T-DSL-Resale-Anschlüsse an, jedoch nur dort, wo es keine Arcor-Anschlüsse gibt.
Telekom-Einheitsbrei
Obwohl Arcor technisch auf der letzten Meile völlig freie Hand hat, macht man sich nicht die Mühe, Leistungen anzubieten, die die Telekom nicht hat: ISDN-Anschlüsse und DSL-Anschlüsse mit 1, 2 und 3 Mbit. Keine anderen Bandbreiten und keine anderen Dienste. Genau wied die Telekom will Arcor ab Sommer 2005 auch 6-Mbit-DSL anbieten. Und sogar bei Thema VoIP ist Arcor genauso spießig wie die Telekom:
Arcor war nämlich nicht nur genauso spät dran mit VoIP wie die rosa Konkurrenz, sondern verlangt ähnliche Mondpreise wie T-Online. Zwar kombiniert Arcor sein VoIP-Angebot mit Bildtelefonie, dafür ist die Zeit aber offenbar noch nicht reif: Keine Spur von Massentauglichkeit zu sehen.
Unbekanntes VoD
Ebenso wie rosafarbene Konkurrenz besitzt Arcor auch einen Video-on-Demand-Dienst; ähnlich wie bei T-Online kann sich der Dienst nur langsam durchsetzen; außerdem wird er von Arcor kaum offensiv vermarktet.
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