Hacking-College bildet Hacker aus
Schule für ethisches Hacken
Sicherheit
Das alte Bild der nerdy Hacker-Fraktion hat ausgedient. Der klassische Hacker entsprach nicht immer, aber häufig dem Klischee: lange fettige Haare, ein T-Shirt, auf dem wahlweise ein Star-Wars- oder Star-Trek-Motiv abgebildet war, Heavy Metal oder Techno im Hintergrund und dann nächtelang auf seitenlange Codes gestarrt.
Das Grundnahrungsmittel dieses bleichgesichtigen Menschentyps waren Tiefkühl-Pizzen und Cola. Irgendwann mit Mitte vierzig ereilte ihn dann der Herzinfarkt. Die neue Generation von Hackern ist da ganz anders. Zwar gibt es sie immer noch, die Geeks, Nerds und Freaks, die in fensterlosen Zimmern vor ihren PCs hängen, aber es gibt auch eine andere, eine helle Seite.
Hacking-Ausbildung für 4000 DollarHacker-Colleges sind die neue Form organisierten Hackings. Eine Art Schule für Codeklauber und Assembler-Muttersprachler, die eine qualitativ hochwertige Hacking-Ausbildung bietet. Das ganze für 4000 US-Dollar, dafür aber mit hochwertiger Nahrung und der Chance, auch mal die Sonne zu Gesicht zu bekommen. Ein Job dürfte erfolgreichen Absolventen ebenfalls sicher sein.
Denn so genannte ethische Hacker sind bei der Industrie gefragt. Sie haben das Potential bösartiger Angreifer, werden aber von den Unternehmen eingestellt, um Sicherheitslücken aufzudecken. Und die gibt es reichlich, glaubt man den vom amerikanischen Magazin Wired befragten Studenten.
Eintritt frei bei Großunternehmen"Es ist unglaublich, wie unsicher die großen Unternehmen sind", sagt da einer, der die Hacking-Kurse auf einem College in Los Angeles belegt hat. Mit Recht, denn Hacking und der Schutz davor kosten Unternehmen auf der ganzen Welt jährlich Milliarden von Dollar. Und die sind offensichtlich auch noch schlecht investiert, da das Budget für Online-Sicherheit inzwischen 12 Prozent der IT-Ausgaben eines Unternehmens verschlingt. 1999 lagen die Kosten trotz Millenium-Bug noch bei lächerlichen 3 Prozent.
Genau dort setzt das Hacking-College an. Bevor sich echte Hacker ans Werk machen, sollen ausgebildete Ethik-Hacker die Systeme auf Sicherheitslücken überprüfen, zu deutsch: versuchen, sich ins System einzuklinken, Daten zu ziehen, den Betrieb zu stören. Gelingt es ihnen, ist die Lücke direkt benannt und bereit, abgedichtet zu werden.
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