Grabenkämpfe zwischen AOL-Mitarbeitern

MP3-Software: Winamp vs. iTunes

AOL hat diese Woche bekanntgegeben, auch in Europa mit Apples iTunes-Musikplattform zusammenzuarbeiten. Kunden des Onlinedienstes können dort ihre Song-Downloads im Rahmen ihrer monatlichen Rechnung begleichen. Zudem wird der iTunes-Store prominent im AOL-Onlinedienst gefeatured. Manchem AOL-Mitarbeiter schmeckt das gar nicht.

Besonders harsche Kritik kommt von Mitarbeitern und Anhängern der AOL-Tochter Nullsoft, die den Winamp-Player entwickeln. Nullsoft wurde im Sommer 1999 von AOL aufgekauft. Damals war Winamp die populärste MP3-Player-Software für Windows. Heute ist von diesem Ruhm jedoch nicht viel übrig geblieben. Jahre der Inaktivität und einige nicht ganz marktreife Veröffentlichungen haben dazu geführt, dass Winamp mittlerweile nur noch von Enthusiasten genutzt wird.

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iTunes wiederum hat seit der Einführung einer Windows-Version reichlich Lorbeeren eingefahren. Beliebt ist die Software nicht zuletzt, da sie die nahtlose Integration des populären iPod-MP3-Players erlaubt. Genau dies soll jetzt jedoch auch ein Winamp-Plugin ermöglichen. Das Zusatzprogramm verspricht zudem, die bei Apple erworbenen Songs gleich auch von ihrem Kopierschutz zu befreien.

Dies ist als klare Kampfansage der Winamp-Gemeinde an iTunes und als deutlicher Seitenhieb gegen AOL zu verstehen. Ein Nullsoft-Anhänger erklärt zu AOLs iTunes-Allianz auf seiner privaten "Winamp Unlimited"-Website: "Dies ist eine Beleidigung für alle Mitarbeiter und Unterstützter Winamps - insbesondere wenn man bedenkt, wie minderwertig Apples Player ist."

Zwischen AOL und Nullsoft gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Spannungen. Hauptfaktor war dabei der Nullsoft-Mitgründer Justin Frankel, der neben seiner Arbeit für AOL oft recht eigenwillige Nebenprojekte verfolgte. So schuf Frankel im Jahr 2004 die ersten Gnutella-Versionen und legte damit den Grundstein für dezentrale Tausch-Netzwerke wie Fasttracks Kazaa und das heutige Gnutella.

2003 schuf Frankel mit W.A.S.T.E. eine abhörsichere Tausch-Software für kleine Nutzergruppen. Nachdem Apple energisch gegen W.A.S.T.E. vorging, kündigte Frankel bereits im Sommer an, AOL verlassen zu wollen. Im Januar diesen Jahres gab er schließlich seinen Job beim Online-Dienst endgültig auf.

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Audio Player & Playlister, Apple iPod und Apple iTunes.

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