Der Stammbaum von ADSL & Co
Die xDSL-Familie
Christian Grohmann
VDSL - Das ungeborene Kind
Downloaden mit bis zu 52 Megabit pro Sekunde: Davon kann der heutige Power-User nur träumen. Selbst der Upload von sechseinhalb Megabit pro Sekunde verblasst vor diese Größe. Doch auch wenn VDSL heute ans Netz ginge, müssten viele seiner Anhänger wohl die Umzugskartons packen. So wie sich die mittelalterlichen Stadtbewohner um den Marktplatz angesiedelten, würde sich die Internet-Gemeinde um die Vermittlungsstellen der Telekom sammeln - denn bei der genannten Leistung beträgt die Übertragungsreichweite nur 300 Meter.
Überschreitet die Entfernung die Grenze von einem Kilometer, wäre die Leistung nicht mehr wesentlich höher als bei ADSL; bei 1200 Metern schrumpft der Downstream-Kanal auf 13, der Upstream auf anderthalb Megabit pro Sekunde. Allerdings könnten Gebiete, die direkt an Glasfasernetze angeschlossen sind, vom Very-high-bitrate-DSL profitieren. Dort kommen diese kurzen Verbindungswege durchaus vor.
Ohne die ADSL-Technik wäre das seit 1994 in der Planung befindliche VDSL gar nicht erst möglich gewesen. Auf jeden Fall hat VDSL das Potential, seine Vorgänger zu überholen. Wann es allerdings zum Einsatz kommt, ist fraglich. Die Macher sagen voraus, dass in Zukunft sämtliche Dienste wie Telefon, Datenverkehr, Video und digitales Fernsehen gleichzeitig mit VDSL übertragen werden können. Zugegeben: Bei den Aussichten hätten sie sich ruhig ein bisschen beeilen können.
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