Der Stammbaum von ADSL & Co
Die xDSL-Familie
Christian Grohmann
SDSL - die große Schwester
Symmetrisches DSL ist eigentlich nichts Neues. Schon HDSL bot dem Benutzer die Möglichkeit, Upstream- und Downstream-Kanäle mit der gleichen Bitrate zu benutzen. Allerdings braucht HDSL hierfür zwei Doppeladern. Kommt noch ein Telefonanschluss dabei, müssen insgesamt drei Leitungen zum Kundenstandort gezogen werden. Verglichen mit ADSL, das mit einer Leitung für beide Dienste auskommt, ist das deutlich zu viel. Hinzu kommt, dass manche lokale Ringleitungen nicht genügend Reservedrähte haben, um HDSL in großem Stil verbreiten zu können.
Glücklicherweise sahen die Entwickler von SDSL dieses Problem. Ziel ihrer Bemühungen war, die Leistung von HDSL in einer Leitung zu vereinen. Um dies zu erreichen, wurden einige Änderungen am HDSL-Konzept nötig. Die Codierung wurde verbessert um höheren Datendurchsatz zu ermöglichen. Dieser verursacht aber mehr Rauschen in der Leitung, weshalb ein Echokompensator und ein Entzerrer zugeschaltet werden mussten. Und damit nicht genug: Die verbesserte Codierung erfordert vom Sender wie vom Empfänger höhere Rechenleistung.
Doch der Erfolg krönte schließlich auch das SDSL-Projekt. Erhöhte Rechenleistung ist heute kein Problem, und das Verlegen einer zusätzlichen Leitung inklusive der notwendigen Geräte ist günstiger als das Verlegen von zwei Leitungen. Viele Anbieter haben SDSL in ihrem Angebot verankert, auch wenn es nicht so weit verbreitet ist wie ADSL. Ein Wort noch zur Namensgebung: Zwischen SDSL und HDSL2 gibt es keinen Unterschied, außer dass der eine Begriff europäisch geprägt ist und der andere nordamerikanisch.
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