Der Stammbaum von ADSL & Co
Die xDSL-Familie
Christian Grohmann
Der ungleiche Bruder - ADSL
Das Geheimnis dieses Anschlusstyps ist die Asymmetrie. Das bedeutet, dass die Kanäle für Up- und Downstream unterschiedliche Kapazitäten haben. Theoretisch können bis zu neun Megabit pro Sekunde zum Kunden fließen, der seinerseits aber nur ein Megabit pro Sekunde versenden kann. Dank dieses Unterschiedes ist der Widerstand in den Leitungen im Vergleich zu anderen DSL-Arten so klein, dass alles problemlos in eine einzige Doppelader passt - inklusive Telefon- oder ISDN-Anschluss.
Gerade das ist der Vorteil gegenüber anderen DSL-Varianten. Die Verlegung eines zusätzlichen Kabels bleibt dem Kunden erspart, die benötigten Geräte kann er ohne großes Fachwissen selbst installieren. Außerdem fallen nur geringe Anschlusskosten an. Somit ist ADSL die optimale Lösung für Privathaushalte und kleine Firmen.
Ursprünglich war ADSL nur für "Video-on-Demand"-Systeme geplant. Dementsprechend fiel 1989 der erste Standard recht spärlich aus. ADSL1 hatte einen Downstream, der das Abspielen eines MPEG1-Videos ermöglichte. Der Upstream-Kanal sollte nur die Filmwahl des Kunden an den Anbieter übermitteln. Da das Internet immer populärer wurde, nahmen die Entwickler höhere Geschwindigkeiten ins Visier. Für den gemeinen Internet-User, der beim Surfen mehr Daten empfängt als sendet, erwies sich ADSL ebenfalls als goldrichtig.
| ADSL-Typ | Downstream pro Sekunde | Upstream pro Sekunde | Einsatz und Zeitspanne |
| ADSL1 | 1,5 Mbit | 16 Kbit | Abspielen eines bestellten MPEG1-Videos (Video-Dial-Tone) ca. 1990 entwickelt |
| ADSL2 | 3 Mbit | 16 Kbit | Abspielen von zwei MPEG1-Videos gleichzeitig |
| ADSL3 | 6 Mbit | 64 Kbit | Unterstützung von MPEG2-Videos, ab ca. 1993 |
| ADSL (gemäß ANSI T1.413) | 9 Mbit | 1 Mbit | Entwickelt aus ADSL3 stellt dieser Standard die Basis heutiger ADSL-Systeme (u.a. T-DSL ) dar. Er wurde inzwischen um mehrere Empfehlungen erweitert. Verdrängte ADSL1, 2 und 3 vollständig. |
Die Zukunft von ADSL - nachfolgende Generationen
Obwohl der ADSL-Technik viele Erkenntnisse aus der Entwicklung von analogen Sprachbandmodems zugute kamen, ist ein ADSL-Modem nicht genauso flexibel. Das könnte sich in Zukunft ändern. Wird der Splitter aus der Konfiguration wegrationalisiert, ließe sich ein ADSL-Modem an jede beliebige Telefondose anschließen. Leider funktioniert das nicht mit heutigen Geräten: Klingelte das Telefon, bräche der Datenfluss zusammen. Würde das ADSL-Modem arbeiten, wäre die Sprachqualität des Telefons beeinträchtigt - Hier muss also noch geforscht werden.
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