Der Stammbaum von ADSL & Co
Die xDSL-Familie
Christian Grohmann
HDSL - Der erste "echte" Familienangehörige
Als die Firmen AT&T, Bell Laboratories und Bellcore 1986 mit der Entwicklung von HDSL begannen, war noch nicht einmal der Begriff "Internet" fest definiert. Das High-Bitrate-DSL sollte die alten T1- und E1-Standleitungen zum Teilnehmer ersetzen. Dank verbesserter Diagnosefunktionen, einfacherer Installation und kleinerem Geräteaufwand wurde das Ziel auch erreicht. 1992 wurde HDSL erstmals in Kanada angeboten. Drei Jahre später hatte die Anschlusszahl von HDSL die von T1 und E1 überholt.
Zur Signalübertragung benötigt HDSL mindestens zwei Doppeladern zusätzlich zum Telefonanschluss. Jede dieser Adern überträgt 784 Kilobit pro Sekunde in beide Richtungen. Damit wird eine Übertragungsrate von 1,544 Megabit pro Sekunde erreicht. Diese Technik, genannt Dual-Duplex, kann auch um ein weiteres Adernpaar ergänzt werden - Mit drei Strippen schafft HDSL ein Übertragungsvolumen von 2,048 Megabit pro Sekunde.
Im Einsatz ist HDSL noch heute. Viele lokale Telefongesellschaften verwenden HDSL für interne Datenübertragung. Auch manche Universitäten sind mit diesem Übertragungstyp ausgerüstet, um verschiedene Gebäude und Fakultäten miteinander zu verbinden. HDSL war auch der Vorläufer für weitere Entwicklungen - die der Mehrheit der surfenden Bevölkerung wahrscheinlich geläufiger sind als HDSL selbst.
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