Der Stammbaum von ADSL & Co
Die xDSL-Familie
Christian Grohmann
ISDN - der Großvater
Das Integrated Services Digital Network ist der Vorgänger der DSL-Techniken. Seit 1976 arbeiteten Hunderte Unternehmen in über zwanzig Ländern an der Entwicklung von ISDN. Ihr Ziel war es, weltweite Datenkommunikation und Telefonie in einem digitalen Netzwerk zusammenzufassen. Das Projekt kostete schätzungsweise 50 Milliarden Dollar und kam 1985 erstmalig auf den Markt. Viele Erfahrungen aus der ISDN-Entwicklung kamen DSL später zugute.
Ein ISDN-Anschluss verfügt über eine maximale Bandbreite von 160 Kilobit pro Sekunde. Die teilen sich zwei B-Kanäle mit je 64 Kilobit pro Sekunde mit drei weiteren Nutzdaten- und Steuerkanälen, von denen der Benutzer aber nichts merkt. Er kann die beiden B-Kanäle getrennt als Telefon- oder Datenleitung verwenden, oder für schnellere Übertragung zusammenfassen. Verglichen mit einem Telefon-Modem erreicht diese Kanalbündelung die dreifache Geschwindigkeit; einer DSL-Leitung hinkt sie aber hinterher.
Wegen der relativ niedrigen Übertragungsrate hat sich ISDN nicht als Datennetzwerk durchsetzen können. Doch die Nachfrage steigt, denn als Ersatz für den analogen Telefonanschluss hat es sich bewährt. Bestes Beispiel dafür sind Deutschland und Frankreich, wo sich die Zahl der ISDN-Basisanschlüsse zwischen 1992 und 1996 auf knapp drei Millionen vervierfacht hat. Und zum Jahrtausendwechsel waren es allein in Deutschland sechs Millionen.
IDSL: Der Einsiedler
Eine Variante von ISDN ist IDSL (ISDN- oder integriertes DSL).Es handelt sich um eine reine Datenleitung deren Übertragungsrate sich nicht von der des gewöhnlichen ISDN-Anschlusses unterscheidet. IDSL hat einen großen Vorteil: Es funktioniert auch in den Glasfaserleitungen, die direkt an den Abnehmerhaushalten liegen, wie es im Osten Deutschlands oft vorkommt. Ein normaler DSL-Anschluss ist dort nicht möglich. Leider bietet hierzulande kein Provider den IDSL-Anschluss an, was wohl - wie so häufig - auf die Kosten zurückzuführen ist..
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