Freenet, Friede, Eierkuchen
Freenet: Internet total normal
Normal ist das nicht - so sieht sich der DSL-Provider freenet am liebsten selbst. Früher war dies auch so: Provokation und Marketing hieß die Devise. Freenet überraschte nicht nur mit viel, sondern auch mit auffälliger Werbung. Das grelle Grün passte einfach.
Inhaltsverzeichnis
- 1Klammheimliche Sehnsucht nach Normalität
- 2freenetDSL auf der Suche nach Identität
- 3Ausreichend Leistung für wenig Geld
- 4Festnetz-Telefonate mit dem Handy
Zum Beispiel sendete freenet seine Werbung live aus der Herrentoilette. Damit verlor man vielleicht den Familienvater als potentiellen Kunden, gewann aber den Sohn. Und wer richtete dem Vater dann den Internetzugang ein? Der Sohn natürlich. Und dennoch sind andere Provider schneller gewachsen als freenet.
Klammheimliche Sehnsucht nach Normalität
Mit der Zeit ist freenet seriöser geworden, aber auch langweiliger. Die Knetgummi-Figuren, mit denen der Provider derzeit wirbt, versprühen den Charme einer tschechischen Kinderserie. Werde ich nun auch noch mit Lucy, dem Schrecken der Straße, sprechen, wenn ich das nächste Mal bei freenet anrufe? Was vorher polarisierte, muss nun für die ganze Familie kompatibel sein.
Dabei konnte sich das Angebot von freenet immer sehen lassen. Die Tarife waren günstiger als bei T-Online, AOL und Co., wenn auch nicht auf Aldi-Niveau. Das eigene Backbone war offen für Filesharer und schnitt bei Geschwindigkeitstests akzeptabel ab. Doch die meisten Kunden wollen einfach nur DSL - ohne witzige Werbung.
freenetDSL auf der Suche nach Identität
Freenet ist daher gerade dabei, sich neu zu erfinden. Nach dem Aufkauf von Strato, sind es nun zwei große Marken, mit denen die freenet.de AG vertreten ist - ähnlich wie 1&1 und GMX. Noch ist nicht absehbar, welche die exklusive und welche die billige Marke wird: freenet oder Strato. Es herrscht wohl etwas Ratlosigkeit in Hamburg, denn erstaunlich lange hat man auch gebraucht, um auf die 1&1-Preissenkung zu reagieren.
