IFPI: 30 Prozent weniger MP3-Dateien in P2P-Netzen
Music Markt: Musikindustrie-Klagen erfolgreich?
Die Internationale Musikindustrie-Vereinigung IFPI veröffentlichte diese Woche Zahlen, die den Erfolg der weltweiten Klagestrategie gegen Tauschbörsen-Nutzer belegen sollen. Demnach sind heute rund 30 Prozent weniger MP3s in Tauschbörsen erhältlich als noch vor einem Jahr. Kanadische Marktforscher bestreiten diese Darstellung.
Glaubt man der IFPI, dann sind mittlerweile nur noch 700 Millionen digitale Audiodateien über P2P-Netzwerke verfügbar. Im Juni 2003 habe diese Zahl bei einer Milliarde gelegen. Die Zahl der insgesamt illegal übers Netz angebotenen MP3-Dateien habe sich um 27 Prozent auf 800 Millionen verringert. Die IFPI führt dies auf die Klagen zurück, mit denen ihre Mitgliederfirmen seit Mitte letzten Jahres gegen Tauschbörsennutzer vorgehen.
Zweifel an den IFPI-Zahlen kommen von der kanadischen Firma ITIC, die nach eigenen Angaben Piraterie-Marktforschung betreibt. ITIC bemängelt, dass sich die Zahlen der Industrie in erster Linie auf Kazaa beziehen. Viele P2P-Fans würden jedoch dieser Plattform den Rücken kehren und andere Netze nutzen. Außerdem würden immer mehr Menschen den Komplett-Zugriff auf ihre zum Tausch freigegebenen Verzeichnisse ("Remote Browsing") ausschalten, um sich gegen die Klagen der Industrie zu wappnen. Dies reduziere ebenfalls die Anzahl der ermittelbaren Dateien.
