Weichenstellung im Markt für Internet via TV-Kabel

DSL-Alternativen: Bosch will sein Kabelnetz verkaufen

Internet über TV-Kabel ist ein Traum - ein Traum, der bislang nur halbherzig realsiert wurde. Gründe dafür gibt es viele. Die verschiedenen Netzbetreiber kooperieren zu wenig und sollen zwei Unternehmen verschmolzen werden, schreit schonmal das Bundeskartellamt. Nun möchte sich Bosch von seinem Kabelnetz trennen. Neue Chancen tun sich auf.

Wie die Financial Times Deutschland am Montag berichtet, steht die Bosch-Tochter Bosch Breitbandnetze mit ihren 1,3 Millionen Kunden zum Verkauf. Das Unternehmen ist überwiegend in Berlin, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt vertreten und versorgt meist die Netzebene 4, also die letzten Metern von der Straße bis in die Wohnung.

Internet via TV-Kabel lässt sich nur dann realisieren, wenn auf allen Netzebenen neue Technik eingesetzt wird. Schießt einer der Betreiber quer, lässt sich der Breitband-Internetzugang auch nicht realisieren. Der Verkauf von Bosch Breitbandnetzt bietet nun die Möglichkeit, dass regional die Netzebenen 3 und 4 in eine Hand übergehen.

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Zusammenschlüsse im gesamten Markt

Die Käufer sollen nach Aussage der Financial Times Deutschland bereits Schlange stehen. Voran der Mitbewerber Telecolumbus. Dahinter steht aber der Finanzinvestor BC Partners. Derzeit sind es nicht Netzbetreiber, sondern Investoren, die den Markt neu regeln wollen. Das letzte Wort hat aber immer noch das Bundeskartellamt.

Es bleibt zu hoffen, dass sich dort die Erkenntnis durchsetzt, dass es nicht einen Wettbewerb innerhalb des TV-Kabel-Marktes geben muss, sondern ein Wettbewerb zwischen den einzelnen Zugangstechniken. Das TV-Kabel würde dann mit der alten Satschüssel und dem neuen DVB-T konkurrieren, Internet via TV-Kabel mit DSL-Anschlüssen. Erst einmal entscheidet das Bundeskartellamt aber über den Zusammenschluss von Kabel Deutschland (KDG), iesy und Kabel Baden-Württemberg.