AOL: Verlässlichkeit hat ihren Preis
Lars Gurow
Was spricht denn dann nun für AOL? Nicht ohne Grund hat der Provider viele treue Kunden. Man kann sich auf AOL verlassen. Sorgte die Einwahlsoftware mit ihrer proprietären Technik früher für Stirnrunzeln, überzeugt nun AOL-DSL für durchgängig gute Ergebnisse bei Tests.
AOL nutzt zwar einen T-DSL-Anschluss, setzt im Backbone aber mit eigener Technik an. Mit "TopSpeed" und "Six Pipes" soll der DSL-Anschluss noch schneller als an anderen T-DSL-Anschlüssen werden. Dahinter verbirgt sich ein Cachingverfahren und die gleichzeitige Verschickung von sechs statt der üblichen vier Datenpakete. Immer vorausgesetzt, dass eine AOL-Software auf dem Rechner als Gegenstelle läuft.
Das hört sich nach Gängelung des Kunden an, ist es aber nicht. Mit der Einführung von "TopSpeed" und "Six Pipes" hat AOL seinen Kunden erstmals die Wahl gelassen: Sie können weiterhin die alte AOL-Software nutzen, alternativ ein schlankeres Einwahltool oder sich über die DFÜ-Netzwerkverbindung direkt bei AOL einwählen. Im letzteren Fall muss dann allerdings auf die T-DSL-Beschleuniger verzichtet werden.
Kein 08/15
Den Geschwindigkeitsvorteil wird kaum jemand im Alltag spüren, dennoch setzt AOL ein Signal: Hier wird kein Internetzugang nach einem 08/15-Verfahren zusammengezimmert, sondern stattdessen auf die Bedürfnisse der Kunden eingegangen. Still und heimlich hat der Provider dann auch vor einigen Jahren das Routing zu den beliebtesten Gaming-Servern optimiert. Ein schlechter Ping kann schließlich der Tod eines Online-Gamers sein.
Die AOL-Software erfüllt dennoch ihren Zweck. Hier werden die Kundendaten verwaltet und Zugang zu allerlei Zusatzdiensten gewährt. AOL hat nämlich immer noch ein kleines Internet im Internet versteckt. Für einen Teil der Dienste muss dann auch extra gezahlt werden.
Kein 08/15
Als Teil von AOL Time Warner bekommt der Provider allerdings auch viele Entertainment-Angebote aus dem eigenen Haus zugeschanzt. Künstler von Warner Music treten bei den Sessions@AOL live auf. Neben First Listen gibt es auch ein First View mit Kinotrailern.
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