Die Grundlagen der DSL-Technik
Was ist DSL?
Christian Grohmann
Die theoretische Leistung eines DSL-Modems ist über 100-mal größer als die eines Analog-Modems. Diese Leistung wird bei VDSL mit 52 Megabit pro Sekunde auch fast erreicht. VDSL ist die Abkürzung für "Very-high-bit-rate Digital Subscriber Line." Neben VDSL gibt es noch ADSL, SDSL, HDSL und IDSL - man spricht von der xDSL-Familie. Jede Variante hat eigene Vor- und Nachteile.
Die räumliche Grenze
Die ländliche Bevölkerung muss wohl noch länger auf die Vorzüge von High-Speed-Internet verzichten. Warum noch nicht in jedem Haushalt ein DSL-Anschluss möglich ist, hat vor allem wirtschaftliche Gründe, denn die maximale Reichweite des DSL-Signals in der Kupferleitung beträgt rund sechs Kilometer. Diese geringe Reichweite resultiert aus der Übertragungsfrequenz; je höher diese ist, desto größer wird der Leitungswiderstand.
Aus diesem Grund hat beispielsweise T-DSL 1000 ein größeres Einzugsgebiet als T-DSL 2000 oder 3000. Eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen lohnt sich für den Betreiber nur dort, wo viele DSL-Kunden zu erwarten sind - und das trifft nun mal nur auf dichter besiedelte Gebiete zu.
Das VerfahrenGenau wie bei der analogen Übertragung werden die Daten, die Rechner A an Rechner B verschicken soll, auf eine Trägerfrequenz moduliert. Das ist die Aufgabe des Modems. Zwei wesentliche Unterschiede gibt es zwischen dem DSL- und Analog-Modem. Das ist zum einen die benutzte Frequenz, die bei der DSL-Übertragung wesentlich höher ist. Zum anderen wird das DSL-Signal ausschließlich digital übertragen; es muss nicht erst in Geräusche umgewandelt werden.
Die im DSL-Modem erzeugte Frequenz mit den aufmodulierten Daten gelangt über den Splitter in die örtliche Telefonleitung. Dort pflanzt sie sich parallel zu der Sprachband-Frequenz fort. Der Splitter funktioniert ähnlich wie eine HiFi-Frequenzweiche, jedoch in beide Richtungen. Niedrige Sprachband-Frequenzen leitet er in die Telefonanlage, hohe Datenfrequenzen dagegen in das DSL-Modem. In die Gegenrichtung lässt der Splitter beiden Signalen freien Lauf in das Kupferkabel, worin sie sich störungsfrei zueinander verhalten.
Sobald die Kupferleitung von Benutzer A in die nächste Vermittlungsstelle mündet, werden alle Daten in ein schnelleres Datennetz eingespeist. Hier verbleiben sie bis zur Vermittlungsstelle, an der Benutzer B angeschlossen ist. Die Daten werden mit der gleichen Frequenz wie zuvor in die entsprechende Kupferleitung übertragen. Gelangen diese über den Splitter von Benutzer B, ist sein DSL-Modem in der Lage, die Daten von der Trägerfrequenz zu demodulieren. Die Übertragung ist abgeschlossen.
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