Die Grundlagen der DSL-Technik
Was ist DSL?
Christian Grohmann
Glasfaser, Satellit und Mobilfunk - sie alle sind durchaus fortschrittlicher als herkömmlicher Telefondraht. Warum feiern wir dieses veraltete Stück Technik und verschicken darüber massenweise Daten um den Globus? - Weil es günstig ist und Geschwindigkeiten erlaubt, die sich sehen lassen können.
Die Telefonleitung hat einen großen Vorteil gegenüber den moderneren Übertragungsmedien: Ihre Kupferdrähte liegen bereits in fast jedem Haushalt. Unternehmer und Universitäten können es sich leisten, ihre Standorte mit Standleitungen aus Glasfaser zu vernetzen - der durchschnittliche Bürger jedoch nicht. Über den besagten Kupferdraht kann dieser aber trotzdem zu seinem Surfvergnügen kommen, ein wenig Know-How vorausgesetzt.
Brachliegende Kapazitäten
Das hätte sich Alexander Graham Bell bestimmt nicht erträumen lassen. Als er 1875 das Telefon entwickelte, war die sprachliche Übertragung eine Sensation. Doch das Netz aus Kupferleitungen, welches inzwischen den Erdball eingesponnen hat, wurde durch die analoge Sprachübermittlung nur zu einem kleinen Teil ausgelastet. Den Rest macht sich inzwischen die DSL-Technik zunutze. DSL (Digital Subscriber Line) bedeutet so viel wie "Digitale Teilnehmeranschlussleitung."
Um ein Telefongespräch mit akzeptabler Qualität zu führen, jagen rund viertausend Schwingungen pro Sekunde durch den Kupferdraht, das entspricht einer Frequenz von vier Kilohertz. Für den Datentransfer über ein Telefon-Modem bedeutet das eine maximale Übertragungsrate von 56 Kilobit pro Sekunde. Die technische Grenze der Kupferleitung liegt aber bei ungefähr einem Megahertz - mehr als dem 250-fachen der analogen Übertragung.
Vorteile von DSLKommt es über die gleiche Leitung wie das Telefon ins Haus, verwendet DSL die Frequenzen oberhalb des Sprachbandes von vier Kilohertz. Das analoge Modem nutzt aber genau dieses Sprachband, weshalb gleichzeitiges Telefonieren und analoges Surfen über eine Leitung unmöglich ist. Für DSL stellt beides zur gleichen Zeit dagegen kein Problem dar. Auch halten die DSL-Frequenzen einen gewissen Abstand zu denen des Sprachbandes. So kann der Analog-Anschluss problemlos durch eine ISDN-Anlage ausgetauscht werden.
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