SPAM dort bekämpfen, wo er entsteht: Im inneren des Internets
Ratgeber: Den SPAM-Overkill vermeiden
Christian Rentrop
Doch auch die Spammer denken mit. So wissen sie, dass viele Leute die Links in den Nachrichten niemals anklicken würden. Um dem vorzugreifen, werden die Mails im HTML-Format verschickt und sogenannte Web-Bugs integriert, unsichtbare Bilder mit einer Größe von 1x1 Pixel, die beim Öffnen der Mail von einem Server nachgeladen werden. Öffnet der User nun eine mit einem Web-Bug versehene SPAM-Nachricht, kann der Spammer den Traffic auf seinem Webserver dieser Mail zuordnen und erhält so das Wissen, dass die Adresse in Gebrauch ist.
Emails in Textform vermeidet SPAMAbhilfe schafft es, sich Emails grundsätzlich im Textformat anzeigen zu lassen. Inzwischen haben die meisten Mailprogramme eine entsprechende Option, meist versteckt im Einstellungen-Menü. Manche Programme können noch mehr, sie sind in der Lage, diese Funktion ausschließlich bei als SPAM markierten Nachrichten einzuschalten. Erkennt das Programm eine Nachricht als SPAM, wird sie automatisch nur im Text-Format geöffnet und nur auf Wunsch des Users werden die enthaltenen Bilder angezeigt.
Hält man sich an diese zwei einfachen Grundregeln und setzt zusätzlich ein Mailprogramm mit einem wirksamen SPAM-Filter ein, dürfte sich das Aufkommen der elektronischen Postwurf-Sendungen binnen weniger Wochen stark reduzieren. Allerdings nur, wenn man keine eigene Homepage besitzt oder viel in Foren oder im Usenet unterwegs ist.
Das Usenet ist Spambot-NahrungDie Newsserver sind Anlaufstelle Nummer eins für Spambots, schließlich wird es von Millionen Internet-Nutzern weltweit benutzt, um über Gott und die Welt zu diskutieren. Technische Voraussetzung für die Benutzung des Usenets ist, neben eines gültigen Newsservers, eine Email-Adresse. Und die sollte keinesfalls diejenige sein, die sonst für private Kommunikation genutzt wird, ansonsten hagelt es nur so unerwünschte Nachrichten.
So nützlich das Usenet ist, so sinnlos ist es zu hoffen, die Mailadresse wäre dort in irgendeiner Form zu verstecken. Zwar lässt sich die Absender-Adresse fälschen, doch kann der Spambot im Header der Nachricht Informationen über den wahren Urheber finden. Zudem ist der Nutzen des Usenets dann stark eingeschränkt, denn private Nachrichten sind unzustellbar.
Webforen: Die bessere AlternativeDoch es gibt eine Alternative: Webforen sind oft wesentlich besser besucht als die Usenet-Foren mit identischen Themen. Dort kann man im Idealfall posten, ohne seine Email-Adresse anzugeben. Allerdings fehlt dann wie im Usenet die Möglichkeit, mit anderen Usern direkt Kontakt aufzunehmen. Zudem unterbinden viele Webmaster das freie abgeben von Kommentaren, um Missbrauch zu verhindern.
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