Weniger Bandbreite, gleicher Preis
T-DSL light: Hoffnung für Landeier
Wer in regelmäßigen Abständen die T-DSL-Verfügbarkeitsprüfung quält, hat erstens noch keinen DSL-Anschluss und zweitens die Hoffnung, dass die Deutsche Telekom sich endlich bequemt, ihr T-DSL-Netz weiter auszubauen.
Doch am fehlenden Port in der Vermittlungsstelle fehlt es oft nicht: Meist sind die Leitungen zwischen der eigenen Wohnung und der Telekomtechnik zu lang oder von zu schlechter Qualität. Letztlich läuft beides darauf hinaus, dass die Bandbreite eines normalen T-DSL-Anschlusses nicht zur Verfügung gestellt werden kann. Die Lösung der Telekom: Weniger Bandbreite fürs gleiche Geld.
T-DSL light ist ein sogenanntes Rückfallprodukt. Überall, wo kein reguläres T-DSL 1000 realisiert werden kann, wird dem Kunden entweder T-DSL 768 oder T-DSL 384 angeboten. Außer dem Passus, dass der Kunde sich mit weniger Bandbreite begnügt, ist der Vertrag mit dem der T-DSL-1000-Kunden identisch. Es fallen auch die selben Kosten an.
Knapp daneben ist auch vorbei
Kein ungewöhnlicher Fall: Der Nachbar hat T-DSL mit voller Bandbreite erhalten, doch einige Meter weiter ist Schluss. Was liegt da näher als der Gedanke, nur auf ein paar kbit/s zu verzichten und ähnlich schnell wie der Nachbar im Internet zu surfen?
Nein sagt in diesem Fall die Telekom: Kein Kunde erhält eine individuelle Bandbreite zugewiesen. Wer die Kriterien für T-DSL 1000 nicht erfüllt, hat nur die Wahl zwischen T-DSL 768 (768 kbit/s downstream, 128 kbit/s upstream) und T-DSL 384 (384 kbit/s downstream, 64 kbit/s upstream). Dies ist technisch einfacher und somit auch billiger.
Zurück zum Ausgangspunkt: Seit Monaten schon werden die eigenen Daten regelmäßig in die Verfügbarkeitsprüfung eingegeben und plötzlich erscheint die Nachricht, dass T-DSL verfügbar sei. Vorsicht! Auch wenn dort nichts von T-DSL light steht, warten Sie ab, bis Sie den Vertrag vor sich liegen haben. Die Verfügbarkeit an sich sagt noch nichts über die Bandbreite aus, die Ihnen letztlich angeboten wird.
Den Namen "T-DSL light" werden Sie übrigens bei der Deutschen Telekom an keiner Stelle finden. Er wird lediglich von den Medien so genannt. Dennoch sollte jeder Mitarbeiter der Telekom wissen, was damit gemeint ist.
