Wenn Identitätsdiebe nach Daten "phishen"
Phishing: Risikofaktor Leichtgläubigkeit
Sicherheit
Ebay zeigte sich übrigens bisher nicht sonderlich kulant gegenüber gephishten Usern, zumal der Beweiszwang auf Seiten des Accountinhabers liegt. Zwar ist Ebay sehr rigide bei der Sperrung offensichtlich betrügerischer Accounts, der Schaden allerdings bleibt normalerweise am Besitzer des Accounts hängen. So werden naive Internet-Surfer zu Straftätern, ohne je eine Straftat begangen zu haben.
Brenzlige Kreditkarten-Infos
Während ein gekaperter Ebay-Account dank Ebays Überwachungsmechanismen noch als relativ ungefährlich eingeschätzt werden kann, sind geklaute Identitäten samt Kreditkarten- und Kontodaten alles andere als angenehm. Der Phisher kann beispielsweise problemlos das Konto des Opfers leer räumen oder mit der Kreditkartennummer auf Einkaufstour gehen. Der Geschädigte sitzt später auf den Kosten und muss zudem noch nachweisen, dass er den Schaden nicht selbst verursacht hat. Schlimmstenfalls kann eine Existenz auf diese Weise ruiniert werden.
Die Viren- und Wurmattacken der letzten Jahre haben gezeigt, dass viele User sich schlichtweg nicht bewusst sind, dass Emails eine völlig andere und wesentlich vertrauensunwürdigere Kommunikationsform als die klassische "Schneckenpost" sind. Phisher haben also genau wie Viren-Bastler oft ein leichtes Spiel mit Nutzern, die es nicht besser wissen.
1,8 Millionen dumme Amerikaner?
Eine repräsentative Studie an 5000 US-Bürgern des Marktforschungsunternehmens Gartner besagt, dass rund 90% aller Internet-Konsumenten in den USA bereits Phishing-Attacken erlebt haben. Ein Fünftel davon, also nach Schätzung von Gartner etwa 11 Millionen US-Bürger, seien bereits auf Phishing-Attacken hereingefallen. Auf diese Weise konnten Phisher schon 2003 einen geschätzten Schaden von rund 1,2 Milliarden Dollar verursachen. Und die Attacken nehmen täglich zu.
Selbst, wenn die Zahlen kritisch betrachtet werden: Es handelt sich nicht um ein rein US-amerikanisches Problem. Vielmehr ist beeindruckend, dass 20 Prozent der Nutzer, die Phishing-Mails erhalten, auf diese reagieren. Eine Zahl, die durchaus auch für Europa und den Rest der Welt zutreffen könnte.
Die Europäer sind nicht besser
Allerdings möchten die Marktforscher von Gartner den Zahlen selbst nicht so recht glauben. Für realistischer, auch im Anbetracht der Schadenssumme, wird eine Reaktionsrate von drei Prozent angenommen. Das ist zwar wesentlich weniger, dennoch sind selbst nach dieser Rechnung noch knapp 1,8 Millionen US-Bürger Opfer von Phishing geworden. Eine immernoch beängstigende Zahl, wenn man sich die Einzelschicksale, die sich dahinter verbergen, vor Augen führt.
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