Mac OS X im Netz dicht machen
Mac OS X Sicherheitsratgeber II: Äußere Sicherheit
Michael Knott
In der Registerkarte "Dienste" gilt: Je weniger Häkchen, desto weniger potenzielle Sicherheitslücken.
Kleine Dienste-Kunde
- Personal File Sharing wird benötigt, um den Ordner "Öffentlich" im Netzwerk freizugeben.
- Windows-Sharing gibt den Rechner zusätzlich in Windows-Netzwerken frei. Ohne diese Option kann nur von anderen Macs oder Unix-Systemen im Netzwerk auf den Rechner zugegriffen werden.
- Personal Web Sharing macht den Rechner zum Apache Web-Server. Websites können lokal installiert und im Internet freigegeben werden. Die Option ist natürlich nur bei Rechnern mit Flatrate sinnvoll.
- Entfernte Anmeldung sorgt dafür, dass Benutzer auch von anderen Rechnern aus auf den Mac zugreifen können, wenn Sie Accountdaten haben.
- FTP-Zugriff verwandelt den Rechner in einen FTP-Server, ebenfalls nur sinnvoll, wenn der Rechner als solcher genutzt werden soll. Achtung: Der FTP-Dienst ist nötig, um die FTP-Funktionalität des Finders zu nutzen.
- Apple Remote Desktop ermöglicht es anderen Benutzern, den Rechner über Apples Remote Desktop Tool über das Netz fernzusteuern. Diese Funktion ist verwandt mit VNC, der Remote-Nutzer sieht den Desktop des PCs und kann diesen komplett mit der Maus steuern.
- Entfernte Apple Events erlaubt es Programmen, andere Programme aufzurufen oder Dateien an sie zu übergeben. Was im Rechner selbst vollkommen sinnvoll ist, kann über das Netzwerk gefährlich werden.
- Printer-Sharing gibt die angeschlossenen Drucker im Netzwerk frei.
Im Firmen- oder Hausnetz machen all diese Dienste durchaus Sinn. So kann ein normaler Desktop-Mac gleichzeitig als Webs-, Print- und Fileserver tätig werden, während an ihm gearbeitet wird. Im Kontakt mit dem Internet sollte aber genau überlegt werden, welche Dienste benötigt werden und welche nicht, denn jede von ihnen bürgt eine potentielle Sicherheitslücke.
Schutzmaßnahme 3: Firewall nutzen
Genau wie im Dienste-Tab öffnet ein Häkchen im Firewall-Tab ein mögliches Loch. Die Logik ist etwas schwierig, normalerweise sollte man meinen, dass die Markierung eines Port-Bereichs diesen schließt. Dem ist aber nicht so: Dort, wo Häkchen sind, stehen die Türen sperrangelweit offen. Die Firewall sichert also erstmal komplett ab, offen ist nur, was im Port-Fenster markiert wurde.
Der Einsatz der Firewall ist mit Vorsicht zu genießen. Jede überflüssige Überwachung kann Rechenzeit kosten und bei zu paranoidem Einsatz die im Dienste-Tab ausgewählten Funktionen aushebeln. Zusätzlich kann es passieren, dass einige Programme nach Aktivierung nicht mehr ordentlich funktionieren.
Vordefinierte Regeln
Apple liefert bereits einige vordefinierte Regeln mit, die für die entsprechenden Dienste aufgesetzt sind. Weitere Ausnahmen lassen sich über den Button "Neu" definieren. Da die Regelvergabe invertiert ist, kann man dabei nichts falsch machen, stellt ein Programm den Dienst ein, kann man ihm den nötigen Port mit einer Regel frei machen. Umgekehrt werden die Ports dann natürlich auch für den Zugriff von Außen geöffnet.
Anders als die XP-Firewall arbeitet die Firewall von Mac OS X in beide Richtungen, sie kann Netzwerkkommunikation komplett unterbinden. Auf diese Weise werden Trojaner, Spyware und vergleichbare Übeltäter einfach, aber effizient ausgesperrt, da sie eine Regel bräuchten, um nach Hause zu telefonieren. Allerdings sendet Adware oft auf dem HTTP-Port, der von der Firewall nicht gesichert wird.
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