Warum GMail bemängelt wird

GMail: Wo liegt das Problem?

Ursprünglich wurde es noch für einen Aprilscherz gehalten: Am ersten April verkündete Google, dass neben der allseits bekannten Suchmaschine nun auch ein Email-Service namens GMail angeboten würde. Der Speicherplatz pro Account sollte gigantisch sein: Jedem User von Freemail stünde mit GMail ein komplettes Gigabyte an Speicher zur Verfügung. Auf den ersten Blick für den User völlig kostenlos.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Suchroutine mit Ärgernissen
  2. 2Werbung nach Maß
  3. 3Das Problem mit den Ermittlungsbehörden
  4. 4Datensammler, Datendealer
  5. 5Populistischer Feldzug der Politik
  6. 6Teufelspakt: GMail nur Platz 2
  7. 7Die Alternative

Suchroutine mit Ärgernissen

Auf den zweiten Blick allerdings ist der Dienst alles andere als kostenlos, um genau zu sein sogar extrem ungünstig: Wo bei anderen Anbietern einfache Content-Ad zum Einsatz kommen, basiert die Werbeverteilung von GMail auf den gleichen Filtern wie die Suchmaschine.

Dagegen wäre erstmal nichts auszusetzen, wenn Google dafür nicht die Emails der Teilnehmer lesen müsste. Automatisiert zwar, doch allein die Tatsache, dass überhaupt gelesen wird, bringt die Datenschützer bereits auf die Barrikaden. Denn was maschinell gelesen wird, kann auch beliebig kopiert, gefiltert oder anderweitig zweckentfremdet werden.

Werbung

Werbung nach Maß

Googles GMail-Algorithmus funktioniert wie folgt: Die Suchmaschine wertet die Häufigkeit bestimmter Worte in der Email des Kunden aus. Kommt dann zum Beispiel heraus, dass sich der GMail-Nutzer oft über Autos unterhält, werden in seinem Benutzer-Menü entsprechende Werbebanner geschaltet, die zum Beispiel auf Autohändler oder -hersteller verweisen.

Das Problem ist nun, dass dieser Suchalgorithmus auch beliebig verändert werden kann, indem nicht die Suche nicht nur für die Schaltung von Werbung, sondern zum Beispiel auch für die Terrorbekämpfung benutzt wird. Dazu braucht es nur einige Einträge in der Datenbank und eine leichte Veränderung der Suchroutine, und schon könnte Google Emails, in denen das Wort "Atombombe" oder "Milzbrand" vorkommt, vollautomatisiert an Ermittlungsbehörden weiterleiten.