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Lenovo Yoga 2 11 (2014) im Test: Günstiger Convertible
Mit einem extrem klappbaren Display

von Michael Knott
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Das neue Lenovo Yoga 2 11 bietet den von der Yoga-Reihe bekannten Klapp-Touchscreen, kostet aber nur knapp 600 Euro. Im Test zeigt sich, dass der Hersteller vor allem an der CPU und dem Massenspeicher spart. Auch die Tastatur kann nicht auf ganzer Linie überzeugen.

Der neue Convertible Lenovo Yoga 2 mit elf Zoll großem Display wurde erstmalig auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Nun ist es auch in Deutschland zum Preis von knapp 600 Euro erhältlich. Dem Test stellt sich die Version mit Intel Pentium-CPU, vier Gigabyte RAM und einer traditionellen HDD mit einer Kapazität von 500 Gigabyte.

So und noch viel weiter: Der Touchscreen des Lenovo Yoga 2 11 lässt sich um bis zu 360 Grad klappen...

Lenovo baut seine erfolgreiche Yoga-Reihe weiter aus. Dies ist wenig verwunderlich - denn mit dem innovativen Klappkonzept des Displays hat der chinesische Hersteller einen echten Trend losgetreten, der ganz offensichtlich immer mehr Hersteller inspiriert. Auch der Touchscreen des Testgeräts lässt sich in Positionen bringen, bei denen andere Notebooks und Ultrabooks längst schon im Sondermüll landen.

Technische Daten des Testgeräts

  • CPU: Intel Pentium N3520 mit 2,1 Gigahertz
  • Grafik: Intel HD
  • RAM: vier Gigabyte
  • HDD: 500 Gigabyte (5.400 Umdrehungen in der Minute)
  • Display: 11,6 Zoll (29,46 Zentimeter)
  • Auflösung: 1.366 x 768 Pixel
  • OS: Windows 8.1 (64 Bit)
  • Anschlüsse: USB 2.0, USB 3.0, microHDMI, SD-Kartenleser
  • Drahtlos: WLAN nach N-Standard, Bluetooth 4.0
  • Gewicht: 1.285 Gramm
  • Sonstiges: Touchscreen um 360 Grad klappbar

Verarbeitung

An der Verarbeitungsqualität der zuletzt von netzwelt getesteten Lenovo-Geräte gab es kaum etwas auszusetzen. Dies gilt auch für die Neuauflage des Yoga 11. Es finden sich keinerlei auffällige Spaltmaße, Grate oder sonstige Produktionsmängel. Die vergleichbar kratzfeste Oberfläche ist nicht mit einem gummiartigen Überzug versehen, wie ihn etwa das wesentlich teurere Lenovo Yoga 2 Pro bietet.

Lenovo Yoga 2 11 im Test

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...und im Tablet-Modus. (Bild: netzwelt)

Der Display-Deckel aus Kunststoff lässt sich recht tief eindrücken. Eine Gefahr für die darunter liegenden Komponenten besteht aber nicht. Ebenfalls unbedenklich, aber dennoch verbesserungswürdig: Das gesamte Gehäuse lässt sich mit hohem Druck und unter Zuhilfenahme beider Hände verwinden. Dennoch fühlt sich das kleine Yoga in den Händen gut an. Finger hinterlassen am Gehäuse kaum Abdrücke und wenn, dann lassen sich diese mithilfe eines weichen Tuchs schnell wieder entfernen.

Für ein 11,6-Zoll-Gerät ist das Lenovo Yoga 2 11 kein Leichtgewicht. 1.285 Gramm bringt es auf die Waage. Zusammen mit dem kompakten Netzteil ergibt sich ein in jedem Fall noch tragbares Reisegewicht von 1.580 Gramm.

Betriebsmodi

Nichts verändert hat sich im Vergleich zu anderen Yoga-Modellen an den unterschiedlichen Betriebsmodi. Auch das Yoga 2 11 bietet den Zelt-, Stand-, Tablet- und Laptop-Modus. Während Laptop- und Tablet-Modus noch selbsterklärend sind, befindet sich das Yoga-Display im sogenannten Standmodus mit der (automatisch deaktivierten) Tastatur nach unten und dem aufgeklappten Display zum Nutzer hin ausgerichtet. Dieser Modus hat seine Vorteile bei beengten Platzverhältnissen wie im Zug oder Flugzeug, da er den Touchscreen näher zum Nutzer bringt.

Im Zeltmodus hingegen stellt der Nutzer das Convertible-Ultrabook wie ein umgedrehtes "V" auf den Schreibtisch. Die Bedienung erfolgt dann wie beim Standmodus ausschließlich über den Touchscreen. Da dem Display-Rand in diesem Modus eine tragende Rolle zukommt, versieht Lenovo das Display mit einem umlaufenden, schützenden Gummirand.

Display

599 Euro steht auf dem Preisschild, knapp über eine Million Pixel tummeln sich auf der Anzeige. Zwischen diesen beiden Angaben besteht ein direkter Zusammenhang - denn Convertibles anderer Hersteller und auch von Lenovo selbst bieten Displays, die wesentlich höher auflösen - aber auch wesentlich teurer sind. Neben dem Verzicht auf leistungsfähigere Intel Core i-Prozessoren ist also nominell die Display-Auflösung ein weiterer Punkt, über den Lenovo den vergleichsweise günstigen Preis realisiert.

...und nimmt etwa im Zeltmodus ungewöhnliche Positionen ein.

In der Kachelansicht von Windows 8.1 fällt die vermeintlich geringe Auflösung nicht wirklich ins Gewicht. Auf dem klassischen Desktop missfällt Adleraugen die leichte Unschärfe bei sehr kleiner Schrift. Es kommt zur Treppenbildung bei geraden Konturen. Im Alltag lässt es sich dennoch gut mit den 1,04 Millionen Bildpunkten leben, die sich ja auch auf einer vergleichsweise kleinen Anzeigefläche versammeln.

Deutlich höher dürfte die Maximalhelligkeit ausfallen, die subjektiv sowohl im Akku- als auch im Steckdosenbetrieb zu gering ist. Wer will, kann die Anzeigehelligkeit auch automatisch vom Betriebssystem regeln lassen, das hierfür auf die Informationen eines am oberen Bildschirmrand befindlichen Sensors zugreift.

Angenehm hoch sind die Blickwinkel dank des verbauten IPS-Panel. Auch wer aus sehr spitzem Winkel auf den Elfzöller blickt, wird nicht auf nervige Farbverfälschungen treffen. Farben wirken zudem nicht überzeichnet, wenn auch etwas blass. Der Kontrast ist gut. Während des Testzeitraums reagierte der Touchscreen stets zuverlässig auf Eingaben mit dem Finger. Leider unterstützt das Display keine Digitizer.

Eingabegeräte

Auf den insgesamt 84 Tasten lässt es sich prinzipiell gut tippen - zwei Eigenheiten des neuen Yoga-Mitglieds trüben diesen Eindruck jedoch. Einen dicken Punktabzug gibt es für den Umstand, dass sich der mittlere Tastaturbereich stark eindrücken lässt. Wer kräftig in die Tasten haut, hat bald das Gefühl, auf einer Art Wasserbett zu schreiben - so heftig gibt die Tastatur nach. Davon abgesehen erreichen Vielschreiber aber auch auf dieser Tastatur hohe Schreibgeschwindigkeiten.

Die insgesamt 84 Tasten sind nicht beleuchtet, die wichtige Return-Taste fällt ungewohnt klein aus.

Von seiner guten Seite zeigt sich hingegen das eingebaute Trackpad. Mit einer Diagonale von 10,5 Zentimetern gehört es nicht zu den größten Vertretern seiner Art. Im Test reagierte es stets zuverlässig auf Eingaben - auch von mehreren Fingern gleichzeitig. Auch an Druckpunkt und Gleiteigenschaften gibt es nichts auszusetzen. Die Unterscheidung zwischen linker und rechter Maustaste erfolgt nur durch eine optische Markierung.

Leistung

Selbst bei einem flüchtigen Blick auf die technischen Daten sollte klar sein: Mit diesem Convertible ist nicht gut Kirschen essen, wenn es um rechenintensive Aufgaben geht. Videoschnitt oder Spiele mit hohen Detaileinstellungen überlässt er gezwungenermaßen lieber leistungsfähigeren Systemen oder streicht die Segel. Im Alltag ist ab und an etwas Geduld gefragt, etwa wenn das Yoga-Ultrabook einen umfangreichen Ordner oder große Tabellen öffnen soll.

Schade, dass der Hersteller dem Yoga 2 11 anstelle der verbauten HDD nicht eine flotte SSD spendiert hat. Aus dem Ruhemodus erwacht das System erst nach einer kurzen Gedenksekunde. Wer das installierte Windows 8.1 vollständig herunterfährt und den Convertible neu startet, kann nach etwa 20 Sekunden wieder Eingaben tätigen.

Dass der verbaute Intel Pentium N3520 mit 2,1 Gigahertz kein Core i-Prozessor ist, unterstreichen auch die Benchmarkergebnisse. Unter Cinebench 11.5 erreicht die Testkonfiguration nur 7,83 Bildwiederholungen pro Sekunde im OpenGL-Test. Nach Abschluss des Prozessortests stehen 1,62 Punkte auf der Uhr. Surfen im Netz, das Verfassen von E-Mails und auch das Abspielen von hochauflösenden Videos stellt den Lenovo-Laptop hingegen nicht vor Probleme.

Lenovo gibt eine Akkulaufzeit von sechs Stunden an. Diese erreicht das netzwelt vorliegende Rezensionsexemplar jedoch nur dann, wenn der Energiesparmodus aktiviert, die ohnehin schwache Hintergrundbeleuchtung auf ein Minimum reduziert und das Gerät am besten auch noch im Flugmodus ist. Im täglichen Praxiseinsatz sollten Nutzer also den nicht wechselbaren Akku schonen oder eine Steckdose in Reichweite haben.

Im Standmodus rückt der Touchscreen näher an den Nutzer heran. Dies ist zum Beispiel im Flugzeug praktisch.

Umwelt

Unter Last wird der Unterboden des Yoga spürbar warm, was auf den Knien auf Dauer etwas unangenehm ist. Dafür gehört der Convertible zu den leisen Vertretern seiner Zunft. Meist ist es lediglich das leise Tickern der Festplatte, das ans Nutzerohr vordringt.

Schlecht sieht es um die Erweiterbarkeit von einzelnen Komponenten aus. Es ist nicht vorgesehen, dass Nutzer selbst Arbeitsspeicher oder Festplatte austauschen. Der Akku ist fest verbaut, Spezialschrauben erschweren den Zugang und es gibt kein Wartungsfach.

Dennoch bietet sich das Dell-Gerät als mögliche, deutlich leistungsfähigere Alternative zum Testgerät an. Etwa 100 Euro teurer ist das Lenovo Flex 14 - einen Kurztest finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt. Eventuell kommen für Sie aber auch die sogenannten Hybrid-Geräte infrage. Zuletzt stellte Acer mit dem Switch 10 ein solches Modell vor.

Einen Vergleichstest mit anderen Convertibles finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

Aktuelle Preise
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netzwelt
5.4
Lenovo Yoga 2 11
Vorteile
  • Flexibles Display
  • kompakt
Nachteile
  • schwache Leistung
  • kein Produktivsystem

Multimedia-Convertible

Mit dem Lenovo Yoga 2 11 wird nur derjenige glücklich, der rechenintensive Aufgaben mit einem anderen System wie dem heimischen Desktop erledigen kann. Als Multimedia-Center unterwegs oder auf dem Sofa hingegen spielt es dank des vielfältig klappbaren Touchscreens seine Vorteile aus. Und weitaus weniger produktiv einsetzbare 11-Zöller wie Dells XPS 11 kosten fast das Doppelte.


Einzelergebnisse
Bereits bei der Auswahl eines Notebooks, Laptops oder Ultrabooks versuchen wir, die unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer zu berücksichtigen. Über welches Modell wird gerade im Netz besonders eifrig diskutiert? Wo gibt es gerade ein besonders interessantes Sonderangebot? Zudem greifen wir immer wieder Testanregungen von Nutzern auf, die wir per Leserbrief, über die Sozialen Netzwerke oder über das netzwelt-Forum erhalten. Hier erfahren Sie, wie wir Notebooks testen.
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Design
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Display
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Eingabegeräte
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Leistung
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Ausstattung
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Multimedia
6
Einsortierung
Lenovo Yoga 2 11 von Lenovo wurde als Notebook abgelegt. Das Produkt wurde in die Notebook-Bestenlisten Alle Notebooks und Die besten Convertibles aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Testbericht, Notebook, Lenovo, Subnotebook, Laptop, Convertible, Yoga, Ultrabook und Windows 8.1 .
Kommentare zu diesem Artikel

Das neue Lenovo Yoga 2 11 bietet den von der Yoga-Reihe bekannten Klapp-Touchscreen, kostet aber nur knapp 600 Euro. Im Test zeigt sich, dass der Hersteller vor allem an der CPU und dem Massenspeicher spart. Auch die Tastatur kann nicht auf ganzer Linie überzeugen.

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Lenovo Yoga 2 11 (2014) im Test: Günstiger Convertible
Lenovo Yoga 2 11 (2014) im Test: Günstiger Convertible
Für einen Convertible ist das neue Lenovo Yoga 2 recht günstig - die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 599 Euro. Im Test hapert es allerdings an der Leistung.
http://www.netzwelt.de/news/130131-lenovo-yoga-2-11-2014-test-guenstiger-convertible.html
2014-05-06 17:34:48
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/lenovo-yoga-2-11-produktbild-114904.jpeg
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