Gute Verarbeitung, schwacher Touchscreen

Acer Iconia A1-830 im Test: Das günstigere iPad mini

Das Acer Iconia A1-830 kostet aktuell 170 Euro. Ein vergleichbar ausgestattetes iPad mini von Apple gibt es nicht unter 290 Euro. Der Fall scheint klar, denn beide Geräte sehen sich auf den ersten Blick auch noch sehr ähnlich. Ob das Geld in das Acer-Tablet gut angelegt ist, oder ob man besser auf das Apple-Tablet spart, verrät der Testbericht.

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So sieht kein Billig-Tablet aus: Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau. Beim Design hat Acer sich Inspiration bei Apple geholt. Wie etwa bei den geschliffenen Gehäusekanten. (Bild: netzwelt)
So sieht kein Billig-Tablet aus: Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau. Beim Design hat Acer sich Inspiration bei Apple geholt - wie etwa bei den geschliffenen Gehäusekanten. (Bild: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Technische Ausstattung des Testgeräts
  2. 2Verarbeitung
  3. 3Display
  4. 4Leistung
  5. 5Multimedia und Akkulaufzeit
  6. 6Fazit

Die Ähnlichkeit zwischen dem neuen Acer Iconia A1, das die Zusatzbezeichnung "830" trägt, um sich vom Vorgänger abzugrenzen, und dem iPad mini ist offensichtlich. Abmessungen, Gewicht, Bildschirmrand, Lage der Bedienelemente, Materialwahl - bei fast allen Punkten fand der taiwanische Hersteller Inspiration bei Apple. Dies muss nicht schlecht sein, zumal Apples iPad mini - egal ob mit oder ohne hochauflösendem Retina Display - nach wie vor zum Benchmark in dieser Größenklasse gezählt werden darf

Technische Ausstattung des Testgeräts

  • CPU: Intel Atom Z2560 (1,6 Gigahertz)
  • Speicher: 16 Gigabyte (davon ab Werk 11,24 Gigabyte verfügbar)
  • RAM: ein Gigabyte 
  • Display: 7,9 Zoll (20,1 Zentimeter) IPS-Panel
  • Auflösung: 1.024 x 768 Pixel
  • OS: Android 4.2.2 Jelly Bean
  • Anschlüsse: microUSB, Kopfhörer, Kartenleser
  • Kamera: fünf Megapixel auf der Rückseite, zwei Megapixel auf der Vorderseite
  • Drahtlos: WLAN (b/g/n), Bluetooth 3.0
  • Sonstiges: GPS-Sensor
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Das Testgerät wurde von Acer Deutschland zur Verfügung gestellt und wird nach Testende an den Hersteller zurückgeschickt.

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Verarbeitung

Das Iconia A1-830 fühlt sich beim Erstkontakt hochwertig an. Zu diesem Eindruck trägt das vergleichsweise hohe Gewicht von 379 Gramm bei. Acer setzt großzügig auf robustes und kratzfestes Aluminium auf der Rückseite - genau wie Apple beim iPad mini. Welch ein Unterschied im Vergleich zum stark verbesserungswürdigen Vorgängermodell, das netzwelt im Sommer letzten Jahres unter die Lupe nahm.

Nicht ganz so gut ins Bild passt die obere Gehäuseeinfassung aus Kunststoff. (Bild: netzwelt)
Nicht ganz so gut ins Bild passt die obere Gehäuseeinfassung aus Kunststoff. (Bild: netzwelt)

Auffällige Spaltmaße finden sich am Testgerät nicht. Peniblen Zeitgenossen werden vielleicht die seitlich angebrachten Kunststofftasten zur Lautstärkeregelung und der Einschaltknopf missfallen, die aus recht weichem Kunststoff gefertigt sind. Die nun deutlich verringerten Bildschirmränder tragen dafür dazu bei, dass man das A1 nun mit einer Hand umschließen kann. Die andere Hand bleibt frei für das Bedienen des Touchscreens.

Display

Dreht man den Helligkeitsregler ins obere Drittel, lässt sich mit der Display-Ausleuchtung im Alltag gut leben. Angesichts des günstigen Preises müssen Nutzer aber gerade beim Display ein paar Abstriche in Kauf nehmen. Dies beginnt bei der Auflösung. Die insgesamt 786.432 Bildpunkte schaffen es nicht immer, einen pixelfreien Gesamteindruck zu liefern. Wer genauer hinschaut, entdeckt also stets einzelne Bildpunkte.

Acer Iconia A1-830 im Test

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Leider ist auch der Kontrast und die Farbtreue des Acer-Tablets zu kritisieren. Weiß wird stets etwas gräulich dargestellt und Farben sehen leicht verwaschen aus. Damit lässt sich im Alltag jedoch noch leben. Störender: Beim netzwelt vorliegenden Rezensionsexemplar wollte der Touchscreen stets mit ein wenig Nachdruck bedient werden. Oft musste der Finger die entsprechende Schaltfläche zwei-bis dreimal berühren, um einen Befehl auszulösen.

Trotz IPS-Technik kommt es zu leichten Farbverfälschungen, wenn man aus spitzem Winkel auf die Iconia-Anzeige blickt. Die Ausleuchtung in den Bildschirmecken ist nicht gleichmäßig. Damit lässt sich im Alltag aber genauso gut leben wie mit dem Umstand, dass auch dieser Touchscreen im Freien und bei ungünstigem Lichteinfall spiegelt.

Leistung

Der verbaute Intel Atom Z2560 verfügt über zwei Rechenkerne mit einer Taktfrequenz von 1,60 Gigahertz. Die meisten Alltagsaufgaben wie Surfen im Netz, Abspielen hochauflösender Videos, Videotelefonate oder das Verfassen von E-Mails stellt ihn vor keine sonderlich große Aufgabe. Das gilt auch für viele, aber nicht alle Spiele aus Google Play. 

Bei sehr grafikintensiven Titeln wie Asphalt 8: Airborne kommt es zu Rucklern. Kurze Aussetzer zeigen sich bereits in der Anfangssequenz und setzen sich auch im eigentlichen Spiel fort. Der Titel ist dennoch spielbar.

Acer Iconia A1-830 (Pressebilder)

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Im Benchmark-Tool Geekbench 3 für Android erzielt das Acer Iconia A1-830 460 Punkte im Single-Core-Mode. Sind beide Kerne aktiv, attestiert Geekbench dem Flachcomputer 1.059 Punkte. Der AnTuTu-Benchmark fördert ein Gesamtergebnis von 18.481 Punkten zu Tage. Zum Vergleich: Die Vorgängergeneration schnitt hier mit einer Gesamtpunktzahl von 12.359 Punkten eine ganze Ecke schlechter ab. Unterm Strich gibt es an der generellen Leistungsbereitschaft des Acer-Tablets nicht viel auszusetzen - gerade mit Blick auf das günstige Preisschild. Jeglichen Vergleich mit Top-Tablets wie dem Apple iPad Air oder dem Samsung Galaxy Tab Pro verliert das Testgerät allerdings deutlich.

Multimedia und Akkulaufzeit

Stereolautsprecher findet man am Acer-Tablet an ungewöhnlicher Stelle, nämlich auf der Geräterückseite. Die Folge: Liegt das Tablet flach auf dem Tisch, strahlen die Mini-Speaker die Tischplatte an und der Klang wird dumpf. Apple macht es besser - beim iPad mini sind die Lautsprecher nach vorn ausgerichtet. 

Allzu viel Ausdruck darf man vom Klang ohnehin nicht erwarten. Den Tablet-Lautsprechern fehlt es an Puste, dafür übersteuern sie auch auf maximaler Lautstärke nicht. Wer Musik hören möchte, schließt besser gute Kopfhörer an.

Für Schnappschüsse ist die rückseitig verbaute Hauptkamera des Acer Iconia A1-830 zu gebrauchen. (Bild: netzwelt)
Für Schnappschüsse ist die rückseitig verbaute Hauptkamera des Acer Iconia A1-830 zu gebrauchen. (Bild: netzwelt)

Die rückseitige Kamera muss ohne Hilfslicht auskommen, taugt für Schnappschüsse - aber nicht für viel mehr. Ein mit dem Acer Iconia A1-830 aufgenommenes Testfoto in voller Auflösung können Sie an dieser Stelle herunterladen. Im Schnitt erreichte das Testgerät eine Akkulaufzeit von rund neun Stunden. Spielt man ein Video in voller Auflösung und mit maximaler Bildschirmhelligkeit ab, muss man spätestens nach knapp sieben Stunden mit einem leeren Akku rechnen. Hier schafft die ebenso kompakte Konkurrenz oft mehr. 

Fazit

Das Acer Iconia A1-830 bietet sich als Einsteiger- oder Zweit-Gerät an und ist dem Vorgängermodell in allen Punkten überlegen. Es ist nicht ganz so hochwertig verarbeitet wie Apples iPad mini und auch nicht so leistungsfähig, dafür deutlich günstiger. Den Rotstift setzt Acer vor allem beim Touchscreen an.

Alternativen zum Testgerät liefert dieser Vergleichstest auf netzwelt. Weitere Neuigkeiten und Testberichte zum Thema Tablet-PC finden Sie stets aktuell an dieser Stelle

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