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Galaxy S5 im Test: Samsung-Smartphone mit griffiger Rückseite
Akkulaufzeit, Bild- und Sprachqualität

von Jan Kluczniok
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Netzwelt hatte das Galaxy S5 nun eine Woche lang im Test. Zum Abschluss des Test-Journals beantwortet die Redaktion die wichtigsten Fragen: Wie lange hält der Akku des Galaxy S5, wie schlägt sich das Samsung-Smartphone im Benchmark-Vergleich mit der Konkurrenz und wie gut ist die neue 16-Megapixel-Kamera des Galaxy S5.

Den dritten Teil und das Fazit des Test-Journals finden Sie am Ende des Artikels. Sie können über das Inhaltsverzeichnis direkt dorthin wechseln oder zunächst Teil 1 und 2 lesen.

Teil 1: Design, Haptik und Fingerabdruckscanner

Ein neues Design sowie ein Fingerabdruckscanner für mehr Sicherheit und bequemes, mobiles Bezahlen - sind nur zwei Neuerungen des Galaxy S5. Netzwelt hat bereits vorm Release Gelgenheit, das Smartphone zu testen und hält die Eindrücke in einem Journal fest. Lesen Sie in Teil 1, wie gut sich das S5 anfühlt, warum aber der Fingerabdruckscanner nicht mit Apples Touch ID konkurrieren kann.

Design und Verarbeitung

 

Das Galaxy S5 (zweites von rechts) ähnelt eher dem Note 3 Neo (rechts) als seinem Vorgänger Galaxy S3 (links) und Galaxy S4 (zweites von links).

Ein radikal neues Desing ohne Home-Button, wie es einige Design-Patente vermuten ließen, wagt Samsung beim Galaxy S5 nicht. Der Hersteller setzt weiter auf sein mit dem Galaxy S3 2012 eingeführtes Design 2.0 - allerdings fällt das neue Galaxy im Vergleich kantiger aus und erinnert stärker an die Modelle der Note-Serie und das seelige Galaxy S2 als an den direkten Vorgänger.

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Damit fing alles an: Das Galaxy S aus dem Jahre 2010 ist der Urvater der Serie. (Bild: netzwelt)

Das Gehäuse des Galaxy S5 ist gemäß der Schutzklasse IP67 gegen das Eindringen von Staub sowie zeitweiliges Untertauchen in Wasser geschützt. Anders als älteren Modellen wie dem Galaxy Xcover 2 sieht man dies dem Galaxy S5 nicht an. Mit 7,9 Millimeter ist es exakt genauso dünn wie das Galaxy S4. Lediglich der microUSB-Anschluss an der Unterseite muss mit einer Kappe verschlossen werden, um den Schutz zu gewährleisten. Dazu aber später im Test-Journal mehr.

In Sachen Verarbeitung hat sich ebenfalls erst einmal wenig geändert. Das S5 besitzt einen Plastikrahmen mit Metallic-Optik und auch der Rest des Gehäuses besteht vornehmlich aus Kunststoff. Doch nun kommt der Clou: Der Plastikrücken wurde aber wie beim Note 3 mit einer Beschichtung überzogen. Statt eines Lederimitats wählt Samsung hier eine Art Gummierung, durch die sich ein Punktmuster zieht. Statt einem Glossy-Finish hat Samsung sich zudem für eine matte Rückseite entschieden.

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Das Galaxy S5 ist mit einem Region-Lock versehen. (Bild: netzwelt)

Designtechnisch mag die Rückseite nicht jedermanns Sache sein - die goldene Farbvariante des S5 wurde im Netz wegen des Punktmusters bereits als Heftpflaster-Smartphone verspottet, doch in Sachen Haptik ist das Galaxy S5 für Samsung ein Meilenstein. Statt rutschig und seifig ist das neue Cover äußerst griffig. Es fühlt sich aber nicht nur gut an, sondern sieht auch gut aus. Auch nach zwei Tagen in Hosentasche, Rucksack und diversen Händen von netzwelt-Redakteuren sind auf dem S5-Testgerät keine Fusseln oder Fingerabdrücke zu sehen - beim S4 oder S3 ein undenkbarer Zustand.

Fingerabdruckscanner nervt

Für weniger Begeisterung sorgt bei netzwelt dagegen eine andere, große Neuerung: der Fingerabdruckscanner. Wie Apple beim iPhone 5s hat Samsung diesen in den Home-Button integriert und wie beim Hersteller aus Cupertino dient er auch beim S5 unter anderem dazu, das Smartphone zu entsperren.

Eine Funktion, die beim iPhone 5s äußerst praktisch ist, beim S5 aber nicht. Nach knapp 48 Stunden mit dem Galaxy S5 im Praxiseinsatz, steigt netzwelt lieber wieder auf PIN-Eingabe um. Das hat gleich mehrere Gründe: Beim iPhone wird der Scanner Touch ID dank eines Sensors automatisch aktiviert. Es reicht den Finger aufzulegen beziehungsweise den Home-Button zu drücken und das Telefon ist entsperrt. Das Galaxy S5 dagegen muss erst ähnlich wie das HTC One Max per Druck auf die Power-Taste aus dem Standby-Betrieb geweckt werden - ehe der Scan-Prozess beginnen kann.

Solche Fehler produziert der Fingerabdruckscanner des Galaxy S5 leider allzu oft.

Ließe sich darüber noch hinweg gucken, ist der Scanner aber wenig komfortabel. Bei Apple müssen Sie nur irgendwie den Finger auf den Home-Button legen. Beim Galaxy S5 muss der Nutzer wie beim HTC One Max über den Scanner streichen und zwar von oben nach unten, genau mittig und genau im richtigen Tempo - sonst, Sie ahnen es sicher schon, wird Ihr Fingerabdruck nicht erkannt und der Scanner generiert nur Fehlermeldungen wie "Schneller streichen", "Langsamer Streichen", "Über alles Streichen", "Mittig Streichen", "Nicht erkannt". Nach mehreren Fehlversuchen müssen Sie dann schließlich Ihr Passwort eingeben. Nervig.

Da hilft es auch wenig, dass sich Ihr Fingerabdruck beim Galaxy S5 für mehr Dinge nutzen lässt als beim iPhone 5s. Auf PayPal-Zahlungen per Fingerabdruck oder das Sichern von Daten in einem abgesperrten Bereich hat netzwelt nach den Erfahrungen beim Entsperren, vorsichtig ausgedrückt, einfach - entschuldigen Sie die saloppe Ausdrucksweise - "keinen Bock mehr".

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Das Galaxy S5 (rechts) weist nun ein Lederimitat auf der Rückseite auf. (Bild: netzwelt)

Teil 2: Neues TouchWiz und das super Super AMOLED-Display

Seit vier Tagen hat netzwelt mittlerweile das Galaxy S5 im Einsatz - und noch immer sorgt der Bildschirm für offene Münder. Satte, leuchtende Farben, große Blickwinkel - das kennt die Redaktion zwar bereits von den Vorgängern, aber beim Galaxy S5 wirkt alles einfach noch einmal eine Stufe besser - sogar große weiße Flächen wirken nur noch leicht gräulich, das war beim Galaxy S4 noch ganz anders.

Überraschend gut gefällt netzwelt auch die neue TouchWiz-Nutzeroberfläche. Sie ist im modernen Flat-Design gehalten und wirkt dadurch etwas nüchterner und nicht mehr so verspielt - ohne jedoch gleich zu langweilig zu werden. Darüber hinaus hat Samsung ausgemistet. Unausgereifte Funktionen wie Smart Scroll wurden ersatzlos gestrichen. Dafür sind einige neue, praktische Features in die UI integriert worden, die Samsung selbst nicht groß hervorhebt - etwa der S Finder.

Samsung-Fans werden diesen bereits vom Note 3 kennen. Er erlaubt es, das gesamte Smartphone sowie parallel das Internet zu durchsuchen. Das ist zum Beispiel sehr praktisch, wenn Sie in den Weiten der Samsung-Menüs eine bestimmte Einstellung suchen. Kurz das Stichwort eingeben und schon ist man mit einem Fingerdruck im gesuchten Menü. Aufgerufen wird der S Finder praktischerweise direkt  aus der Benachrichtigungsleiste.

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Der Sperrbildschirm des Galaxy S5 erscheint im nüchternen, aber nicht langweiligen neuen Design. (Bild: Screenshot Galaxy S5)

Ebenfalls praktisch ist die Toolbox. Eine Funktion, die sich Samsung vom ZTE Grand Memo abgeguckt hat. Es handelt sich hierbei um ein schwebendes, frei verschiebbares Shortcut-Menü. In dem der Anwender bis zu fünf häufig benutzte Apps ablegen kann. Er hat diese dann stets in "Griffweite". Ein weiteres praktisches Feature ist "Privater Modus", hier kann der Nutzer Fotos und andere Daten ausblenden. Sie sind nur zugänglich, wenn er den Privaten Modus aktiviert und mit PIN, Muster, Passwort oder Fingerabdruck freischaltet.

Teil 3: Performance, Sprachqualität, Akkulaufzeit und Kamera

Performance

Die Galaxy S-Serie von Samsung ist dafür bekannt, ein Technologieträger zu sein. Das Galaxy S5 ist da keine Ausnahme. Zwar setzt Samsung nicht den hauseigenen Exynox Octa-Core-Prozessor ein, sondern den Quad-Core-Chip Qualcomm Snapdragon 801, der auch im direkten Konkurrenten HTC One (M8) werkelt. Im Benchmark-Vergleich (s. Tabelle) hat das HTC One (M8) leicht die Nase vorn, im Alltag werden Nutzer aber keinen Unterschied bemerken - zumal HTC zuletzt Benchmark-Manipulation vorgeworfen wurde.

Benchmark* Galaxy S5 HTC One (M8) iPhone 5s
Geekbench 3 (Single-Core) 947 Punkte 996 Punkte 1.373 Punkte
Geekbench 3 (Multi-Core) 2.840 Punkte 2.830 Punkte 2.348 Punkte
Sunspider 396,4 Millisekunden 588 Millisekunden 409 Millisekunden
3DMark IceStorm Unlimited 18.346 Punkte 20.436 Punkte 15.010 Punkte
AnTuTu 29.791 Punkte 33.908 Punkte 29.768 Punkte
Gfx Bench 1080p T-Rex Offscreen 1.546 Frames 1.585 Frames 1.472 Frames
Gfx Bench 1080p Alu Offscreen 8.885 Frames 9.034 Frames 4.451 Frames
Gfx Bench 1080p Alpha Blending Offscreen 7.751 MB/s 8.142 MB/s 5.834 MB/s
Gfx Bench 1080p Driver Overhead Offscreen 1.594 Frames 1.596 Frames 6.097 Fames
Gfx Bench 1080p Fill Offscreen 4.080 MTexel/s 4.048 MTexel/s 2.568 MTexel/s
*In allen Benchmarks bis auf Sunspider bedeuten höhere Werte bessere Werte

Einen großen Kritikpunkt am S4 hat Samsung beim S5 ausgeräumt. Der interne Speicher beträgt zwar weiterhin nur 16 Gigabyte, dem Nutzer stehen davon aber knapp zwölf Gigabyte im Werkzustand zur Verfügung - drei Gigabyte mehr als beim Vorgänger. Bei Bedarf lässt sich der Speicher auch um bis zu 128 Gigabyte per microSD-Karte erweitern.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

In Sachen Sprachqualität weiß das Galaxy S5 zu überzeugen. Zwar klingen Gesprächspartner gedämpft und künstlich, dafür werden aber Hintergrundgeräusche nahezu vollständig gefiltert. Im Test von netzwelt nahm der Gesprächspartner selbst unmittelbar an der Testperson vorbeifahrende Autos nicht wahr.

Der Akku des Galaxy S5 ist dem ersten Eindruck zufolge sehr ausdauernd. Der Langzeittest läuft zwar noch, aber bei durchschnittlicher Nutzungsintensität dürfen Nutzer durchaus von einer Akkulaufzeit von bis zu zwei Tagen träumen. Schön: Anders als Apple, HTC, Sony und Co. erlaubt Samsung den Akku zu wechseln. Bei Bedarf kann der Nutzer also einen zweiten Akku bei sich tragen. Für eine Vollladung benötigt das Galaxy S5 knapp zwei Stunden.

Kamera

Samsung verbaut im Galaxy S5 eine 16-Megapixel-Sensor. Hierbei kommt erstmals der neue ISOCELL-Sensor des Herstellers zum Einsatz. Er soll den Dynamikumfang der Aufnahmen verbessern. Im Test begeistert die Kamera. Sie produziert schöne, detailreiche Bilder ohne Rauschen - das tritt erst bei schwachen Lichtverhältnissen auf, die Bilder sind dennoch brauchbar (s. Mediengalerie).

Die Kamera-App hat Samsung überarbeitet, sie wirkt nun etwas aufgeräumter. Interessant ist ein Button am linken Rand, er erlaubt eine Echtzeitvorschau auf HDR. Nutzer können damit prüfen, ob ihr Bild im HDR-Modus besser aussieht. HDR kann vor allem bei schweren Lichtverhältnissen für detailreichere Bilder sorgen.

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Der Hamburger Hafen um 7:30 Uhr. (Bild: netzwelt)

Videos zeichnet das S5 maximal in 4K auf - die UltraHD-Clips dürfen jedoch maximal fünf Minuten lang sein. Im Vergleich zum Note 3 und zum Acer Liquid S2 wirken die 4K-Clips deutlich besser, ruckeln allerdings immer noch. Ab und an verschluckt das Galaxy S5 bei 4K-Aufnahnen auch Frames. Einen Eindruck von der Videoqualität liefern die folgenden YouTube-Clips.

Video aufgenommen mit Galaxy S5, Full HD

Video aufgenommen mit Galaxy S5, 4K

 

Schutz vor Staub und Wasser

Zu guter Letzt geht netzwelt im Test-Journal noch einmal auf den anfangs erwähnten Schutz vor Staub und Wasser ein. Das S5 ist gemäß IP67 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Was können Sie mit Ihrem S5 also bedenkenlos tun: im Regen telefonieren, duschen, ins Klo fallen lassen, mit Wasser übergießen und im Sand verbuddeln. Netzwelt setzte das S5 im Test mehrfach Feuchtigkeit aus und versenkte es sogar eine halbe Stunde lang in einem Wasserbecken. Das Ergebnis: Das Smartphone funktioniert weiterhin tadellos.

Das Galaxy S5 ist gegen Wasser und Staub immun.

Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Rückseite richtig aufsitzt und der Ladeanschluss verschlossen ist, ansonsten ist der Schutz nicht gewährleistet. Nach einem Wasserbad sollten Sie zudem das Gerät abtrocknen und durch Pusten die Mikrofone von Wasserblasen reinigen - ansonsten leidet die Sprachqualität.

Das Galaxy S5 ist in Deutschland bereits erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung lautet 699 Euro. Alternativen zum Galaxy S5 sind das Galaxy S4, das HTC One (M8), das LG G2, Nokia Lumia 930, das Sony Xperia Z2 und das Apple iPhone 5s.

Aktuelle Preise
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netzwelt
8.6
Samsung Galaxy S5
Vorteile
  • Schutz vor Staub und Wasser
  • brilliantes Display
  • Nebengeräusche bei Telefonaten werden gefiltert
  • aufgeräumte Nutzeroberfläche
  • ausdauernder Akku
Nachteile
  • umständliche Bedienung Fingerabdruckscanner
  • kein wertiger Eindruck

Bravo Samsung!

Atemberaubendes Display, tolle Kamera, griffiges und robustes Gehäuse - das S5 ist das beste Galaxy S bislang - nur der Fingerabdruckscanner enttäuscht.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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8
9
10
Design und Verarbeitung
8
Ausstattung und Bedienung
9
Sprachqualität
9
Akkulaufzeit
8
Multimedia
9
Einsortierung
Samsung Galaxy S5 von Samsung wurde als Smartphone abgelegt. Das Produkt wurde in die Smartphone-Bestenlisten Die besten Kamera-Smartphones und Die besten Smartphones 2014 aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, Samsung, Smartphone, Samsung Galaxy, Samsung Galaxy S5 und Android 4.4 KitKat .
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Galaxy S5 im Test: Samsung-Smartphone mit griffiger Rückseite
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Wie lange hält der Akku des Galaxy S5? Macht die 16-Megapixel-Kamera auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Bilder? - verfolgen Sie den Test im Journal.
http://www.netzwelt.de/news/127101-galaxy-s5-test-samsung-smartphone-griffiger-rueckseite.html
2014-04-11 19:22:33
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/samsung-galaxy-s5-produktbild-114491.png
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