Mit Stift und LTE

Samsung Galaxy Note Pro 12.2 im Test: Das DIN A4-Tablet

Mit dem Galaxy Note Pro 12.2 tritt das bislang größte und teuerste Note-Modell von Samsung zum Test an. Netzwelt hat sich die besonders gut ausgestattete LTE-Version (P905) zum Preis von knapp 900 Euro für dieses Review herausgesucht. Wie sich das per Stift bedienbare Riesen-Tablet im Alltag schlägt, verrät der ausführliche Testbericht.

?
?

Mächtig groß: Das Galaxy Note Pro 12.2 ist das bislang größte Note-Modell (Bild: netzwelt)
Mächtig groß: Das Galaxy Note Pro 12.2 ist das bislang größte Note-Modell. (Bild: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Das steckt drin
  2. 2So fühlt es sich an
  3. 3Display
  4. 4Leistung und Akkulaufzeit
  5. 5Software
  6. 6Multimedia
  7. 7Im Alltag
  8. 8Fazit
  9. 9Alternativen zum Testgerät

Nehmen wir einmal an, wir wären alle verspielte Kinder. Wir hätten den Auftrag, uns einen Tablet-Computer auszudenken. Was sollte dieser können, wie groß wäre unsere Erfindung? Die meisten "Kindsköpfe" würden wohl instinktiv an ein DIN A4-Blatt denken und darauf dann mit einem Stift malen wollen.

Werbung

Nun schwebt Samsung mit dem bislang größten Vertreter der Galaxy-Reihe nicht gerade "Kinder" als Zielgruppe vor, sondern eher ihre anzugtragenden Eltern. Doch die gediegene Optik des großen Galaxy Note gefällt sicherlich auch Privatkunden und Studenten.

Anzeige

Das steckt drin

Egal ob Meeting oder Spieleabend: Samsung schöpft technisch aus dem Vollen. Im Inneren der WLAN-Version des Note Pro kommt ein leistungsstarker Exynos 5420 Octa-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 1,8 Gigahertz zum Einsatz. Beim Chip handelt es sich um eine Eigenentwicklung der Südkoreaner. Im mit LTE-Modem bestückten Testgerät (SM-P905) von netzwelt hingegen werkelt ein Quadcore-CPU mit einer Taktfrequenz von 2,3 Gigahertz. Üppige drei Gigabyte Arbeitsspeicher stehen beiden Prozessoren zur Seite.



Video

Galaxy Note Pro: Das Galaxy Note Pro 12.2 entpuppt sich im Test als großzügig ausgestatteter, digitaler Notizblock im DIN A4-Format. Der Käuferkreis ist jedoch noch recht eingeschränkt, was auch am Preis liegt. Zum Video: Galaxy Note Pro

Die Größe des Hauptspeichers beträgt im Testmodell 32 Gigabyte. Wem dieser Platz nicht ausreicht, kann durch Einlegen einer microSD-Karte weitere 64 Gigabyte nachschieben. Auf dem Testgerät stehen noch knapp 24 Gigabyte Speicher zur freien Verfügung - sechs Gigabyte reserviert sich das installierte Android 4.4.2 (KitKat).

Es finden sich nicht nur USB 3.0-Schnittstelle, Kartenleser, GPS, Infrarot-Sensor, Kopfhöreranschluss, 8-Megapixel-Kamera und Bluetooth 4.0 auf der Ausstattungsliste, sondern auch noch ein eingebautes LTE-Modem. Das alles summiert sich zu einem Preis von knapp 899 Euro. Der Blick nach links zum Ultrabook und rechts zum Hybrid-Gerät ist also nicht nur wegen der Größe, sondern auch wegen des hohen Preises angebracht.

So fühlt es sich an

Mit Abmessungen von 295,6 x 204 x 7,95 Millimetern kommt das Samsung Galaxy Note Pro 12.2 dem DIN A4-Format (297 x 210 Millimeter) schon sehr nahe. Das Gehäuse ist mit einem Blatt Papier fast deckungsgleich. Die reine Anzeigefläche ist aufgrund der 1,9 Zentimeter dicken Bildschirmränder etwas kleiner. Das Testgerät wiegt 759 Gramm und lässt sich daher auf Dauer nicht bequem in einer Hand halten. Eine Stütze, wie sie etwa Microsoft bei der Surface-Reihe verbaut, gibt es leider nicht.

Samsung Galaxy Note Pro 12.2 im Test

  • Bild 1 von 10
  • Bild 2 von 10
  • Bild 3 von 10
  • Bild 4 von 10
  • Bild 5 von 10
  • Bild 6 von 10
  • Bild 7 von 10
  • Bild 8 von 10
  • Bild 9 von 10
  • Bild 10 von 10

Das netzwelt vorliegende Rezensionsexemplar ist akkurat zusammengebaut. Auffällige Spaltmaße, wie sie noch beim Note 10.1 (2014 Edition) zu bemängeln waren, finden sich nicht. Inzwischen vertraut - etwa vom Galaxy Note 3 - ist die Rückseite aus Kunstleder. Beim Stylus - dem charakteristischen, S-Pen genannten Eingabestift - handelt es sich im Prinzip um das gleiche Modell wie beim Phablet Galaxy Note 3. Der Stift des Tablets ist lediglich um ein paar Zentimeter länger.

Display

An das nach Tablet-Maßstäben riesige Display gewöhnt man sich überraschend schnell. Dabei hilft die sehr gute Auflösung von 2.560 x 1.600 Bildpunkten. Einzelne Bildpunkte lassen sich mit bloßem Auge kaum ausmachen. Im Gegensatz zu vielen Samsung-Smartphones kommt keine (Super) AMOLED-Anzeige, sondern ein sogenanntes Super Clear TFT LCD zum Einsatz. Die Ablesbarkeit im Freien leidet - wie bei den meisten aktuellen Touchscreens - bei direkter Sonnenlichteintrahlung, ist ansonsten aber gewährleistet.

An Kontrast, Farbwiedergabe und Helligkeit gibt es subjektiv nichts auszusetzen. Wie bereits von anderen Samsung-Tablets her gewohnt, können Nutzer Hand an die Grundabstimmung legen. Im Menü stehen dazu die Bildschirmmodi "Dynamisch", "Standard" und "Video" zur Verfügung. Jede einzelne Einstellung bewirkt sichtbare Unterschiede. Angenehm groß fallen die Blickwinkel aus. Zu Farbumkehrungen kommt es nur, wenn man aus unnatürlichen Winkeln auf den Monitor blickt.

Leistung und Akkulaufzeit

Performance-Probleme sind dem jüngsten Spross der Note-Familie weitestgehend fremd. Auch heftiges Multitasking zwingt den Quadcore-Chip nicht in die Knie. Das Blättern durch die Startbildschirme erfolgt ohne nennenswerte Verzögerung. Auch die von netzwelt ausprobierten Spiele aus Google Play liefen im Test flüssig. Ausnahme ist erneut Asphalt 8 - das Rennspiel ist zwar definitiv spielbar, ruckelt jedoch auffallend stark beim Start. Das war auch beim zehn Zoll großen Note-Modell der Fall.

Samsung Galaxy Note Pro 12.2 Pressebilder

  • Bild 1 von 7
  • Bild 2 von 7
  • Bild 3 von 7
  • Bild 4 von 7
  • Bild 5 von 7
  • Bild 6 von 7
  • Bild 7 von 7

Das Benchmark-Tool Geekbench 3 unterstreicht die generelle Leistungsbereitschaft des Testgeräts. Im Single-Core-Test erreicht es 929 Punkte; 2.807 Punkte sind es im Multi-Core-Test. Zum Vergleich: Apples iPad Air liegt mit 1.480 beziehungsweise 2.686 Punkten etwa auf Augenhöhe, fühlt sich jedoch subjektiv im Alltag etwas flüssiger an. Auch beim AnTuTu-Benchmark schneidet das Galaxy Note Pro 12.2 mit einer Gesamtpunktzahl von 35.417 gut ab. 

Praxistauglich fällt die Akkulaufzeit aus. Der nicht wechselbare Energiespeicher mit einer Kapazität von satten 9.500 Milliamperestunden hält das Riesen-Tablet locker einen Arbeitstag am Laufen. Bei mittlerer Bildschirmhelligkeit und einem Mix aus Surfen und Videowiedergabe gingen im Schnitt nach etwa zehn Stunden die Lichter aus. 

Software

Als Betriebssystem kommt Android in der aktuellen Version 4.4.2 zum Einsatz. Wie gewohnt peppt Samsung das Google-Betriebssystem mit ein paar nützlichen Funktionen auf. Neben den aus anderen Modellen der Note-Reihe, wie dem Galaxy Note 3, bekannten speziellen Stift-Funktionen (mehr dazu in diesem Artikel) stechen vor allem eine Handvoll ab Werk installierte Apps heraus.

"Remote PC" beispielsweise ermöglicht den Fernzugriff auf Rechner im Stile von TeamViewer. Dafür muss auf dem PC eine kostenlos erhältliche Software installiert sein. Anschließend können Nutzer per Tablet auf diesen PC zugreifen. Praktisch, wenn man ein wichtiges Dokument auf dem heimischen Computer vergessen hat und von unterwegs darauf zugreifen möchte.

Passende und vor allem umfangreiche Office-Software gibt es in Form von Hancom Office, für virtuelle Geschäftstreffen lässt sich WebEx nutzen. Darüber hinaus finden sich auf jedem Note Pro-Tablet häufig verwendete Multimedia- und Social Media-Anwendungen wie Dropbox oder Instagram vorinstalliert. Leider ist auch eine Handvoll Software ab Werk installiert, die nur die wenigsten Besitzer nutzen werden.

Multimedia

Zwei Kameras, deren Sensoren mit jeweils acht und zwei Megapixeln auflösen, verbaut Samsung im Galaxy Tab Pro 12.2. Für Tablet-Verhältnisse gute Ergebnisse liefert die Hauptkamera auf der Rückseite. Ein Testfoto in voller Auflösung finden Sie an dieser Stelle. Bei schlechten Lichtverhältnissen hilft eine eingebaute LED. Letztere schafft es bei Dunkelheit aber nicht, Objekte ausreichend auszuleuchten, die sich weiter als zwei Meter entfernt befinden. Kaum etwas auszusetzen gibt es an der Frontkamera. Gesprächspartner attestieren dem Note Pro 12.2 sowohl eine ausreichend gute Bild- als auch Tonqualität.

Mit der rückseitigen Kamera aufgenommenes Testfoto. (Bild: netzwelt)
Mit der rückseitigen Kamera aufgenommenes Testfoto. (Bild: netzwelt)

Nicht allzu viel erwarten dürfen künftige Note-Besitzer von den Stereo-Lautsprechern, die Samsung jeweils seitlich einbaut. Aufgrund der räumlichen Distanz kommt zwar tatsächlich so etwas wie ein Stereo-Effekt zustande. Der Klang ist aber alles andere als berauschend. Zum Musikhören also besser anständige Kopfhörer anschließen.

Im Alltag

Es wird interessant zu beobachten, welcher Kundenkreis beim Riesen-Note zuschlagen wird. Im netzwelt Praxisalltag wurde das Tablet hauptsächlich auf dem Tisch liegend als digitaler Notizblock verwendet. Im Büroalltag werden Stift und Papier damit überflüssig. Im Businessalltag sehen wir Modelle wie Microsofts Surface-Reihe aufgrund von besseren Anschlussmöglichkeiten und der größeren Programmauswahl dennoch im Vorteil.

Dennoch ist das Galaxy Note Pro 12.2 bislang der stimmigste Versuch seitens Samsung, ein für die Stiftbedienung optimiertes Tablet zu platzieren. Die schiere Display-Größe trägt dazu den Löwenanteil bei. Funktionen wie das handschriftliche Verfassen von Kalendereinträgen mithilfe des Stylus ergeben plötzlich Sinn - und sparen im Alltag durchaus Zeit. 

Fazit

Das Galaxy Note Pro 12.2 ist das bislang beste und konsequenteste Note-Tablet von Samsung. Nutzer sollten jedoch überlegen, ob Hybrid-Geräte im Stile eines Asus Transformer Book T100 nicht die bessere Wahl sind. 

Alternativen zum Testgerät

Günstiger und ähnlich ausgestattet ist das Samsung Galaxy Note 10.1 (2014 Edition). In einer ähnlichen Preis- und Gewichtsklasse spielt auch Microsofts Surface Pro

Weitere Testberichte zum Thema Tablet-PC finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

Mehr zum Thema »

Samsung Galaxy Note mit anderen Produkten vergleichen

Informationen zu Samsung Galaxy Note

Auf der Samsung Galaxy Note Produktseite finden Sie weitere Informationen, wie technische Daten, Zubehör, aktuelle Preise oder weitere Vergleiche mit Konkurrenz-Produkten.

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

Hintergrundwissen Android-Handys Der große Update-Fahrplan

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Android-Smartphones. Nicht alle nutzen aber eine aktuelle Version des freien Betriebssystems. Für welche...



Forum